+
Die Grippewelle 2017/18 war die schwerste in Deutschland seit vielen Jahren. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Forscher

Grippewelle lässt Krankenstand auf Rekordhöhe steigen

Nürnberg (dpa) - Die am Jahresanfang grassierende Grippewelle hat den Krankenstand der Beschäftigten in Deutschland auf einen neuen Höchststand steigen lassen.

Im ersten Quartal sei der Anteil der erkrankten Beschäftigten im Schnitt auf 5,5 Prozent gestiegen - das sei die höchste Krankenstandsquote seit 1996, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Gemessen wurden die Erkrankungen am Monatsersten und anschließend gemittelt.

Der aktuelle Wert übertrifft damit sogar die bereits recht hohe Quote des Vorjahresquartals - und zwar um 0,3 Prozentpunkte, berichtet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit. Im Schnitt waren die 40,1 Millionen Arbeitnehmer in dem Quartal 3,4 Tage krank, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als in den ersten drei Monaten 2017.

Nach Angaben von IAB-Forscher Enzo Weber ist seit Jahren ein leichter Anstieg beim Krankenstand in deutschen Betrieben festzustellen. Dies hänge auch mit dem gestiegenen Durchschnittsalter der Beschäftigten zusammen. Die gute Arbeitsmarktsituation spiele dabei ebenfalls eine gewisse Rolle. "In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit hat sich der eine oder andere Arbeitnehmer noch krank zur Arbeit geschleppt", sagte Weber.

Leicht gestiegen ist demnach von Januar bis März die Zahl der bezahlten Überstunden. Mit im Schnitt 5,2 Stunden pro Beschäftigtem lag der Umfang der vergüteten Mehrarbeit im ersten Quartal um 0,2 Stunden höher als vor einem Jahr.

Insgesamt leisteten die deutschen Beschäftigten in dem Dreimonats-Zeitraum 206,7 Millionen Überstunden. Die Zahl der unbezahlten Mehrarbeit pro Beschäftigtem blieb dagegen mit im Schnitt 5,9 Stunden konstant. Insgesamt wurden im ersten Quartal 236,7 Millionen Überstunden geleistet - rund 5 Millionen mehr als im ersten Quartal. Allerdings sei in der Zeit auch die Zahl der Erwerbstätigen gestiegen, gibt das IAB zu bedenken.

IAB-Presseinformation

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Siemens-Stellenabbau geringer als geplant
Siemens hält in der Kraftwerksparte an seinem Sparkurs fort - nun im Einvernehmen mit der Gewerkschaft. Die IG Metall konnte durchsetzen, dass in Deutschland mehr …
Siemens-Stellenabbau geringer als geplant
EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus
Brüssel (dpa) - Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen sieht der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, weiter erheblichen Reformbedarf in Europa.
EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus
Geldwäsche: Deutsche Bank bekommt Bafin-Sonderaufpasser
Die Deutsche Bank bekommt von der Finanzaufsicht einen Sonderaufpasser verordnet. Er soll darüber wachen, dass Deutschlands größtes Geldhaus Geldwäsche ausreichend …
Geldwäsche: Deutsche Bank bekommt Bafin-Sonderaufpasser
CDU schließt Steuergeld zur Lösung der Dieselkrise nicht aus
Bald sollen Millionen Dieselbesitzer Klarheit bekommen. Regierung und Autoindustrie ringen aber noch um neue Maßnahmen gegen Fahrverbote wegen zu schmutziger Luft in …
CDU schließt Steuergeld zur Lösung der Dieselkrise nicht aus

Kommentare