Größter Börsengang des Jahres bringt Symrise-Chefs zum Strahlen

- Frankfurt - ­Beim größten Börsengang des Jahres in Deutschland hat der Duft- und Geschmacksstoffe-Hersteller Symrise einen erfolgreichen Start auf dem Parkett hingelegt und seine Chefs zum Strahlen gebracht. Der erste Preis an der Frankfurter Wertpapierbörse betrug am Montag genau wie der Emissionspreis 17,25 Euro. Zum Börsenschluss lag die Aktie mit einem Kurs von 18,44 Euro deutlich im Plus.

Das Emissionsvolumen belief sich auf 1,4 Milliarden Euro, wovon das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Holzminden rund 652 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung erhält. Der Löwenanteil geht an den Finanzinvestor EQT sowie weitere Altaktionäre. Der bisher größte Börsengang von Wacker Chemie im April hatte ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro.

Symrise plane in den kommenden Jahren eine Reihe kleinerer Übernahmen, jedoch keinen schwergewichtigen Zukauf. "Im Grunde genommen setzen wir auf organisches Wachstum", meinte Vorstandschef Gerold Linzbach. Die Mittel aus dem Börsengang will Symrise vorwiegend für den Abbau von Schulden verwenden, die im Zusammenhang mit der Übernahme durch EQT entstanden sind.

Der Investitionsarm der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg hatte 2002 die Bayer-Tochter Haarmann & Reimer erworben und dann mit dem Konkurrenten Dragoco zu Symrise verschmolzen.

Zusammen mit anderen Investoren kontrollierte EQT bisher rund 80 Prozent an dem Unternehmen. Nach dem Börsengang befinden sich knapp 70 Prozent der Anteile im Streubesitz. EQT bleibt mit 16 Prozent größter Aktionär. Für diese Beteiligung gelte eine Verkaufssperre von sechs Monaten, sagte Linzbach.

Symrise erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,149 Milliarden Euro bei einem Verlust von 50 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden mit 944 Millionen Euro neun Prozent mehr erlöst als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte auf 20 Millionen Euro nach einem Verlust von 23 Millionen Euro zuvor. Produkte der Firma finden sich unter anderem in Parfüms und Nahrungsmitteln. Über 80 Prozent der verwendeten Materialien sind nach Unternehmensangaben Naturprodukte. Der Konzern hat 4800 Mitarbeiter, davon knapp 2300 in Deutschland.

Die Preisspanne für die Symrise-Aktien hatte zwischen 15,75 und 17,75 Euro gelegen. Rund 15 Prozent der Aktien wurden bei Privatanlegern platziert. Das Unternehmen gilt nun als heißer Anwärter auf einen Platz im M-Dax, dem nach dem Dax wichtigsten deutschen Aktienindex.

Die Börsen-Neulinge Wacker Chemie und Patrizia Immobilien schafften den Sprung bereits, der ebenfalls neu gelistete Immobilienkonzern Gagfah wird ab dem 18. Dezember im M-Dax vertreten sein. Nach Angaben der Deutschen Börse gab es 2006 im geregelten Markt mit den Segmenten Prime und General Standard bisher 46 Börsengänge. Im Entry Standard des Freiverkehrs mit niedrigeren Zulassungsbedingungen kamen 37 Firmen dazu.

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