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Auf wiedersehen: HRE-Großaktionär Christopher Flowers zieht sich aus dem Aufsichtsrat zurück.

Großaktionär Flowers zieht sich aus HRE-Aufsichtsrat zurück

Berlin/München - Der amerikanische Großaktionär der Immobilienbank Hypo Real Estate, Christopher Flowers, zieht sich aus dem Aufsichtsrat des angeschlagenen Instituts zurück.

"Zur Vermeidung von Interessenkonflikten" hätten Flowers sowie Richard S. Mully von Grove International Partners LLP ("Grove") ihre Aufsichtsrats-Mandate am Freitag niedergelegt, teilte der Investmentfonds von Flowers mit.

Die Investorengruppe um Flowers hält fast 24 Prozent der Hypo Real Estate (HRE). Sie war im Juni 2008 für mehr als eine Milliarde Euro bei der HRE eingestiegen und hat das Geld weitgehend verloren. Flowers bekräftigte, dass er Aktionär der HRE bleiben wolle.

Das Institut existiert nur noch dank der Staatshilfen von fast 90 Milliarden Euro. Sonst wäre es längst Pleite und das Geld der Aktionäre bereits komplett verloren. Der Bund will einen Zusammenbruch der HRE vermeiden und strebt eine vollständige Kontrollmehrheit an - notfalls auch per Enteignung. Dies wird von Bundesbank, Finanzaufsicht und dem Rettungsfonds SoFFin gestützt.

Flowers will jedoch nicht herausgedrängt werden und hält einen Staatsanteil von 75 Prozent plus eine Aktie für ausreichend. Die HRE legt dieser Tage ihre Bilanz vor. Es werden hohe Verluste erwartet. Das Institut benötigt rasch bis zu 10 Milliarden Euro.

"Wir bedauern es sehr, in dieser für die Hypo Real Estate Holding AG wichtigen Zeit unsere Aufsichtsratsmandate niederlegen zu müssen", heißt es in einer Erklärung von Flowers. Es könnten sich aber Interessenkonflikte ergeben "aus den möglichen staatlichen Maßnahmen gegen die HRE-Aktionäre" beziehungsweise aus den im Aufsichtsrat der HRE zu treffenden Entscheidungen und Maßnahmen vor solchen Schritten.

Flowers und die von ihm beratene Gruppe erklärten, sie hätten ihr Engagement als mittel- bis langfristiges Investment verstanden. Dabei sollte "nicht nur Kapital, sondern auch die langjährige Erfahrung bei der Restrukturierung der Bank eingebracht werden: "Hierzu stehen wir auch heute", betonte Flowers. "Sollten wir und unsere Investoren auch künftig als Aktionäre im Unternehmen verbleiben können, stehen wir für eine konstruktive Mitarbeit im Aufsichtsrat gerne wieder zu Verfügung".

Flowers ist bereit, Investoren eine Stimmrechtsvereinbarung mit dem Bund in Bezug auf die Restrukturierungsmaßnahmen zu empfehlen. Dazu müssten zunächst aber mehr Details über die beabsichtigten Maßnahmen vorliegen. Auch hält er die von Bund, Bundesbank, Aufsicht und SoFFin angemahnte Transaktionssicherheit für eine ungestörte Sanierung der HRE über einfache Gesetzesänderungen für möglich.

"Die HRE und ihre Aktionäre wollen keine Sonderbehandlung". Aber die Bank und ihre Aktionäre wollten genauso behandelt werden wie die anderen deutschen Banken, die staatliche Hilfe in Anspruch genommen hätten, erklärte Flowers.

dpa

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