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Haarsträubende Brexit-Folgen: Löhne für Lkw-Fahrer steigen - dafür brennt‘s nun woanders

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Im Jahr 2016 warb Boris Johnson für den Brexit - hier ausgerechnet vor einem Kampagnen-Lkw.
Im Jahr 2016 warb Boris Johnson für den Brexit - hier ausgerechnet vor einem Kampagnen-Lkw. © Andrew Parsons/imago stock&people/www.imago-images.de

Großbritannien kämpft mit den Folgen von Brexit und Corona. Der Mangel an Lkw-Fahrern treibt nun neue, schillernde Blüten.

London - Großbritannien taumelt nach dem Brexit von einer Misere in die nächste: Zwar sorgt nun offenbar ein Lohnanstieg für erste Milderung im gebeutelten Speditionsgewerbe. Doch einem Bericht zufolge handelt es sich eher um ein Nullsummenspiel als um einen Befreiungsschlag. Nun fehlen Arbeitskräfte hinter dem Steuer von Bussen.

Großbritannien: Lkw-Fahrer-Mangel - steigende Löhne machen Branche attraktiver, nächster Mangel folgt

Denn ausgerechnet britische Busfahrer entscheiden sich einem Bericht zufolge für einen Wechsel in die Logistikbranche. Die Abwanderung gehe auf den eklatanten Mangel an Lastwagenfahrern zurück, der die Löhne in der Branche steigen lasse, sagte Bobby Morton von der Gewerkschaft Unite am Sonntag dem Sender Sky News.

Busfahrer hätten genauso wie Lkw-Fahrer lange Schichten und nicht genügend Toiletten und Sanitäranlagen zur Verfügung. „Daher denken sich die Leute jetzt, wenn wir weiter unter diesen viktorianischen Bedingungen arbeiten müssen, dann können wir auch für 20 Pfund die Stunde einen Lastwagen fahren, statt für zehn Pfund die Stunde einen Bus“, erklärte Morton. „Daher gehen die Busfahrer gerade in Scharen in die andere Branche.“

Johnsons UK: 4.000 Busfahrer fehlen - Entspannung aber auch in der Logistik noch nicht erreicht

Der Confederation of Passenger Transport UK zufolge fehlen derzeit rund 4000 Busfahrerinnen und Busfahrer in Großbritannien. Auf manchen Strecken fallen dadurch bereits Verbindungen aus. Das Verkehrsministerium erklärte, man habe bereits die Verfahren für Fahrprüfungen und vorläufige Bus-Führerscheine beschleunigt.

Der massive Mangel an Lastwagenfahrern hat in den vergangenen Wochen in Großbritannien für erhebliche Probleme gesorgt. So saßen etliche Tankstellen auf dem Trockenen, weil der Kraftstoff nicht zu ihnen transportiert werden konnte. Auch Supermarktregale blieben teilweise leer. Viele Fahrer aus der EU sind während der Pandemie in ihre Heimatländer zurückgekehrt und können nach dem Brexit nicht ohne weiteres wieder in Großbritannien leben und arbeiten. Die Regierung stellte temporäre Visa zur Abmilderung der Lage aus und ließ das Militär aushelfen. Eine echte Entspannung der Situation ist jedoch nicht in Sicht.

Häme schiene allerdings verfehlt: Auch in Deutschland scheinen ähnliche Engpässe in absehbarer Zeit möglich. (dpa/fn)

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