Der große Börsenfeiertag: Indizes weltweit auf Jahreshöchstständen

- München - Festtage an den Börsen: Weltweit haben die Aktienindizes die höchsten Stände dieses Jahres erreicht. Das Kursfeuerwerk wird angeheizt durch positive Konjunkturdaten für Deutschland. Experten hoffen auf weitere Gewinne. Doch es gibt auch Warnzeichen. In den USA fiel das Verbrauchervertrauen überraschend. Zudem haben die Manager alarmierend viele Aktien ihrer eigenen Unternehmen verkauft.

<P>60 Prozent hat der Deutsche Aktienindex Dax in den vergangenen sechs Monaten zugelegt. Als das Börsen-Barometer im März seinen Tiefststand bei 2200 Punkten erreichte, geisterten Pessimisten-Visionen von Stürzen auf 1500 Punkte über das Parkett. Inzwischen hat der Wind gedreht. Der Dax hat mit über 3540 Punkten den höchsten Stand seit vergangenem September erreicht. Der amerikanische Dow Jones markierte einen 14-Monats-Rekord. Der japanische Nikkei-Index notierte ebenfalls so hoch wie seit über einem Jahr nicht mehr. Und Börsenexperten glauben an weitere Gewinne.</P><P>"Die Zeichen stehen zunächst auf steigende Kurse", schreibt die Bayerische Landesbank in einer technischen Analyse über die Situation in den USA. Für den Dax sieht das Institut "gute Chancen, dass sich die Aufwärtsbewegung fortsetzt und jetzt das nächste Ziel 3700 angesteuert werden kann". Allerdings werde der Anstieg wohl nicht in einem Schub erfolgen. Zwischendrin werde der Dax durchschnaufen oder leicht zurücksacken. Auch der unabhängige technische Analyst Georg Morgenthaler glaubt an weitere Zuwächse. "Einen leichten Widerstand gibt es bei 3614 Punkten. Bis dahin kann der Dax durchlaufen."</P><P>Ähnlich zuversichtlich zeigt sich Harald Fischer vom Münchner Bankhaus Löbbecke: "Das Durchschlagen der 3500-Punkte-Marke gibt dem Dax wieder Potenzial nach oben. Es dürfte wohl in Richtung von 3700 bis 3800 Punkten gehen." Er begründet seinen Optimismus mit den jüngsten Quartalszahlen der Unternehmen und den langfristig positiven Prognosen. Der Wachstums-Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nährt die Zuversicht. Der Indikator, der die Wachstumserwartungen von 310 Finanzexperten widerspiegelt, stieg stärker an als erwartet. "Der Optimismus der Finanzanalysten bleibt ungebrochen, wahrscheinlich ist dies ein Vertrauensvorschuss auf die erhoffte Konjunkturerholung im nächsten Jahr", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Der ZEW-Index habe die volkswirtschaftliche Aktivität zuletzt überschätzt, warnt die HypoVereinsbank in einer Marktbeobachtung. Der Index habe aber die Grundtendenz richtig angezeigt.</P><P>Kritische Signale kommen aus den USA. Das Verbrauchervertrauen, das die Uni Michigan ermittelt, ist überraschend gefallen. Es sank von 90,9 auf 90,2 Punkte. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 91,2 Punkte erwartet. Zudem haben die Manager der Dow-Jones-Unternehmen auffallend viele Aktien ihrer eigenen Unternehmen abgestoßen. Pro Dollar, den die Chefs in Anteile ihrer Firmen steckten, holten sie 32 wieder raus, ermittelte der "Vickers Weekly Insider Report". Und das spricht nicht für einen festen Glauben der Manager an anhaltend gute Kurse. "Ich wäre nicht überrascht, wenn wir in den nächsten drei Monaten eine Marktkorrektur von 20 Prozent haben würden", sagte der Herausgeber des Reports im "Wall Street Journal".</P>

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