Große Fitness-Ketten im Test: Saftbar allein stählt keinen Muskel

- An die fünf Millionen Deutsche strampeln und hanteln sich regelmäßig in Fitnessstudios in Form - und viele Untrainierte überlegen sich, es ihnen gleichzutun. Doch welcher der bundesweit über 5000 Sporttempel ist der Richtige? Güte- oder Qualitätssiegel gibt es nicht, doch eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest hilft bei der Auswahl und zeigt: Es braucht nicht unbedingt Whirlpool und Saftbar, um die Muckis zu stählen.

Die Berliner Warentester haben bundesweit mehrere Studios von sieben großen Ketten unter die Lupe genommen. Die verzeichneten in den vergangenen Jahren einen massiven Zulauf; jeder vierte deutsche Fitness-Jünger trainiert bereits bei Elixia, Injoy, Kieser & Co.

Erhebliche Preisunterschiede: 210 bis 1270 Euro pro Jahr

Aus dem Test-Ergebnis wird allerdings nicht ganz klar, wieso: Lediglich Kieser schnitt mit "gut" ab und wurde damit Testsieger. Fünf Anbieter bekamen ein "befriedigend" und Holmes Place, das in Bayern allerdings nicht vertreten ist, gar nur ein "ausreichend". Dies deshalb, weil die Verbraucherschützer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) auf einige "unfaire" Klauseln stießen. Kieser überzeugte die Verbraucherschützer mit "guten" Trainingsbedingungen, also dem Zustand der Geräte, Sauberkeit und auch Preistransparenz sowie "guter" Trainingseinführung, wie einem einem Fitnesstest.

Einen solchen machten die wenigsten Studios, was von den Testern mit Abstrichen bewertet wurde. Denn nur wenn die Trainer die Kondition der Sportler kennen, könnten sie daraus Trainingsempfehlungen ableiten. Fehlt ein Krafttest, so heißt es, könnten dadurch muskuläre Unausgeglichenheiten verstärkt oder neu aufgebaut werden. Mäßig schnitten alle Studios beim Trainingsservice ab -obwohl die meisten mit einer umfassenden Betreuung werben.

Unterm Strich kam jedoch kein Anbieter über ein "befriedigend" hinaus; die rund um die Uhr geöffnete Biligkette McFit schaffte nur ein "ausreichend". Die Tester monierten, dass in kaum einem Studio Trainer ständig präsent gewesen seien. Einen regelmäßigen Rundgang beobachteten sie nur selten und wenn, dann hätte das Personal von sich aus kaum Hilfestellung gegeben. Abseits der Geräte, in den Kursen, wurde die Betreuung allerdings meist mit "gut" benotet.

Bei den Preisen zeigte sich, dass sich trotz großer Preisunterschiede -die Testpersonen zahlten zwischen 210 und 1270 Euro Jahresbeitrag -die teuren Studios nicht durch besonders hohe Qualität abhoben. Allerdings bieten sie ein deutlich umfangreicheres Leistungspaket, wie beispielsweise zahlreiche Aerobic-Kurse oder einen großen Wellness-Bereich mit Sauna und auch Schwimmbecken.

Ein Vertrag will überlegt sein: Oft schwindet die Motivation

Auf derlei Service müssen die Kunden der günstigen Studios wie Kieser oder McFit verzichten, aber: "Wer nur an Gerätetraining interessiert ist, kommt auch in einem günstigen Studio auf seine Kosten", lautet die Empfehlung der Stiftung Warentest. Grundsätzlich sollten sich Verbraucher, bevor sie einen Fitness-Vertrag unterschreiben, diesen Schritt jedoch genau überlegen. Allzu häufig flaut die Motivation nach drei Trainingseinheiten wieder ab.

Um sicher zu gehen, dass man auch wirklich die mehrmonatige Vertragslaufzeit durchhält, empfehlen Fachleute Probetrainings in mehreren Studios zu absolvieren. Einige bieten eine kostenlose Schnupperstunde an, andere erheben eine Gebühr, die sie bei Vertragsabschluss auf den Mitgliedsbeitrag anrechnen. Egal ob luxuriös oder preisgünstig: Hat man das ideale Studio gefunden, sollte man versuchen zu feilschen. Nach Angaben der Stiftung Warentest sind Preise und Vertragslaufzeiten oft Verhandlungssache. Alle Studios hätten ein Interesse daran, neue Kunden zu finden.

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