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Der Löwe wacht vor der BayerLB Zentrale (Archivbild)

Finanzkrise

Das große Rechnen: Wie viel Geld braucht die BayernLB?

München - Die Bayerische Landesbank wird womöglich das erste Kreditinstitut in Deutschland sein, das unter den Schutzschirm der Bundesregierung schlüpft.

Die krisengeplagte BayernLB will als erste Landesbank in Deutschland ihren Kapitalbedarf aus dem Rettungspaket der Bundesregierung bekanntgeben. Details sollen heute genannt werden. Bilanzexperten, Steuerfachleute und Juristen seien Tag und Nacht damit beschäftigt, bis zur Sitzung des Verwaltungsrats eine Summe zusammenzustellen, sagte ein Sprecher des Instituts am Montag in München.

"Wir wollen bis dahin die Zahlen auf den Tisch legen." Riskante Engagements auf dem US-Kreditmarkt hatten die Bank 2007 schwer belastet. Wegen der Finanzkrise kämpft sie bisher mit Wertberichtigungen von knapp 4,5 Milliarden Euro.

Noch in dieser Woche wird sich der bayerische Landtag in einer Sondersitzung mit der Milliardenkrise bei der Landesbank befassen. Alle fünf Fraktionen stimmten bei der konstituierenden Sitzung am Montag einem entsprechenden Antrag der SPD zu. Der designierte bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sagte, erst wenn Klarheit über den Milliardenbedarf der BayernLB bestehe, könne man mit der FDP in den Koalitionsverhandlungen über mögliche Schlussfolgerungen für die Haushaltspolitik sprechen.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die BayernLB wohl Hilfen aus dem Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen wird. Es war von einem Bedarf zwischen zwei und fünf Milliarden Euro die Rede. Da dem Freistaat die Hälfte der Bayerischen Landesbank gehört, könnten die benötigten Milliarden auch den bayerischen Haushalt belasten.

Zunächst hatte Finanzminister Erwin Huber eine Zahl von drei bis fünf Milliarden Euro genannt. Das sorgte nach Informationen unserer Zeitung beim Vorstand der Bank für Irritationen, da es vor Bekanntgabe dieser Zahlen durch den Minister offenbar keine Rücksprache mit der Bank gegeben hatte.

Huber indes beklagte sich gestern, dass "die Bank von sich aus keinen Giggser von sich gibt". Das berichteten mehrere Teilnehmer einer internen Sitzung am Montag. Huber sagte, er habe die Verantwortung im Verwaltungsrat übernommen, als "der Laden in einem verheerenden Zustand" gewesen sei. Langfristig, so der Minister, sei die Zeit staatlich geführter Landesbanken vorbei.

Ein Verkauf des Instituts ist kurzfristig aber unwahrscheinlich: "Schminkt euch das ab, dass wir den Laden verscherbeln können", sagte der designierte Ministerpräsident Horst Seehofer in der Sitzung. In Bankenkreisen wird nun fest mit einer bevorstehenden Fusion mit dem Branchenprimus, der Landesbank Baden-Württemberg, gerechnet.

cd/dpa

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