Große, runde Augen: Wo auch Promis zu Spielkindern werden

- Berlin - Flachbildschirme, Digitalfernsehen, Kommunikationstechnik - die Schlagworte der 44. Internationalen Funkausstellung in Berlin. Nicht-Fachleute haben es oft schwer, alles zu verstehen. Auch Promis haben mitunter Probleme und schwören lieber auf ihren Fernseher aus dem vergangenen Jahrtausend. Doch das Interesse ist groß - bei Politikern, Schauspielern und Moderatoren.

<P>Hauptsache, "dass Technik funktioniert und idiotensicher ist", sagt Grünen-Politiker Rezzo Schlauch. Wichtig für ihn sind in erster Linie Radio, Handy ("Wenn man souverän genug ist und es abschalten kann") und TV. Der wird bei CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer schon frühmorgens eingeschaltet: "Ich hätte mir früher nie vorstellen können, dass ich gleich nach dem Aufstehen einschalte - das ist heute für mich ein Muss." Moderne Technik bereite ihm inzwischen kaum noch Schwierigkeiten. "Aber ob das ein Videorekorder oder sonst was war - früher war ich meinen Kindern immer unterlegen", gibt Meyer zu.<BR><BR>Entertainerin Barbara Schöneberger gibt sich in Sachen Technik selbstbewusst: "Ich weiß, wo ,Play ist, ich weiß, was ,Rew heißt, ich weiß sogar, was ,Rec heißt." Moderatorin Nova Meierhenrich will sich auf der Funkausstellung ausgiebig über die Neuigkeiten informieren: "Auf jeden Fall will ich mir die neuen Flachbildschirme ansehen, und auch die neuen Digitalkameras. Meine Digital-Videokamera ist schon fünf Jahre alt und hat mal einen Nachfolger verdient. Und bei Handys - da bin ich schon ein Spielkind, gerade was Klingeltöne angeht."<BR><BR>Spielkinder sind hier richtig. Im neonblauen Licht schimmert ein Meer flacher Fernsehschirme, winzige Internet-Kameras glitzern auf gläsernen Regalen. Mit futuristischen Ständen werben die Großen der Unterhaltungselektronik um die zuletzt eher zurückhaltenden Kunden. In den Messe-Hallen dröhnen Bässe aus riesigen Boxen und mischen sich mit Melodien der Autoradios und Handys. Noch bis Mittwoch können sich Besucher mit mehr als 1000 Ausstellern über technische Neuheiten informieren - von vibrierenden Kopfhörern bis zu Fernbedienungen ohne Tasten.<BR><BR>"Ich hätte gern einen Flachbildschirm", gesteht Wirtschaftsminister Wolfgang Clement: "Darüber muss ich aber noch mit meiner Frau sprechen." Der Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Wolfgang Gerhardt, lässt sich "von den Entwicklungen manchmal beeindrucken wie ein ganz naives Kind. Ich sehe mir die mit großen, runden Augen an und lass mir die dann erklären." Schauspielerin Susan Sideropoulos gibt sich fitter: "Ich bin gar nicht mal so, wie soll ich sagen, typisch Frau. Ich kenn mich schon ein bisschen aus. DVD mit Aufnehmen finde ich sehr interessant."<BR><BR>Sänger Oli P. schwärmt von einem Fernseher "ohne Kabel, ohne Antenne - den kannst Du mit aufs Klo, mit auf den Campingplatz, überallhin mitnehmen" ebenso wie von "Digitalkameras, so groß wie ein Kaugummi. Da musst Du aufpassen, dass Du nicht draufbeißt".<BR><BR>Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zeigt sich angetan von der modernen Technik. Wie Clement begeistern ihn die Flachbildschirme. Die sind ihm aber "noch zu teuer".</P>

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