Nur die großen Kaufhäuser in Bayern bleiben

- München - In Bayern wird das Sanierungsprogramm von Karstadt-Quelle besonders viele Opfer fordern. Denn mit Quelle hat ein wichtiger betroffener Konzernteil seinen Hauptsitz im Freistaat. 1000 von 10 000 Mitarbeitern sind betroffen. Immerhin seien den Arbeitnehmern tragfähige Zukunftsperspektiven aufgezeigt worden, sagt Hubert Thiermeyer, Handels-Experte der Gewerkschaft Verdi. Daher macht vor allem das Sanierungsprogramm in den Kaufhäusern den Arbeitnehmern sorgen.

<P>Allein in der bayerischen Landeshauptstadt stehen drei kleine Filialen zum Verkauf an (Giesing, Laim und Fürstenried). Doch die Gewerkschaft fürchtet, dass für einige der zu schließenden Häuser kein Abnehmer gefunden wird und diesen dann die Schließung droht. Die Filiale in Rosenheim und die anderen Häuser in München (auch ehemalige Hertie-Standorte) bleiben dagegen verschont. Die drei Karstadt-Häuser in der Münchner Innenstadt werden dabei als eine wirtschaftliche Einheit geführt. Doch auch dort wird den Beschäftigten Verzicht etwa auf Urlaubstage oder bisherige Sozialleistungen abverlangt.</P><P>Doch das ist vergleichsweise wenig gegenüber dem, was droht, wenn ein Käufer Filialen samt Personal übernimmt. So ist die Gewerkschaft nicht gerade gut auf die österreichische Möbelkette XXL-Lutz zu sprechen, die bereits das Karstadt-Einrichtungshaus auf der Theresienhöhe übernommen hat. Hier bekommen nach Verdi-Angaben die Beschäftigten nur, "was zwingend vorgeschrieben ist. Mehr gibt es nicht", so Thiermeyer.</P><P>Auf neue Arbeitgeber werden sich auch die Mitarbeiter der Gastronomie in den Kaufhäusern einstellen müssen. Sie werden ausgegliedert, was um 20 bis 30 Prozent niedrigere Tarifleistungen nach sich zieht. Ein ähnliches Motiv unterstellt die Gewerkschaft auch bei der geplanten Zukunft für das Lager in Kirchheim. Auch die Logistik soll aus dem Konzern ausgegliedert werden.</P>

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