Großhandelspreise steigen so stark wie seit 26 Jahren nicht mehr

Wiesbaden - Im Großhandel sind die Preise im März so stark gestiegen wie seit 26 Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kletterten die Preise um 7,1 Prozent - das war die höchste Teuerungsrate seit Februar 1982, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Im Februar hatte der Jahresanstieg noch bei 6,0 Prozent gelegen. Grund dafür waren vor allem der rasante Anstieg der Lebensmittelpreise und die Verteuerung von Brennstoffen und Öl.

Die Großhandelspreise sind ein Indikator für die künftige Inflationsrate, weil sie häufig über den Handel an die Verbraucher weitergegeben werden. "Da ist ein Preisschub in der Pipeline", sagte Volkswirt Wolfgang Leim von der Dresdner Bank/Allianz-Gruppe. Wegen des starken Wettbewerbs im Einzelhandel könne die Verteuerung vermutlich aber nur zum Teil an den Konsumenten weitergegeben werden. "Die Inflation in Deutschland wird weiter zu hoch bleiben", sagte Volkswirt Karsten Junius von der DekaBank. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise hatten die Inflation in Deutschland im März auf 3,1 Prozent und damit erstmals wieder über die Drei-Prozent-Marke getrieben.

Im März gab es Preissprünge vor allem im Großhandel mit Getreide und Saaten, die sich im März um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuerten. Milch, Käse, Eier und Speiseöl waren 23,5 Prozent teurer. Für Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze musste 13,2 Prozent mehr gezahlt werden. Feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 18,8 Prozent, Eisen und Stahl um 5,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Großhandelspreise im März um 1,6 Prozent. Einen ähnlichen Wert hatte es nach Angaben der Statistiker zuletzt im September 2005 gegeben.

Ein Grund für die Verteuerung von Lebensmitteln ist die hohe Nachfrage aus Schwellenländern wie Indien und China, wo der Verbrauch von Fleisch und Milch rasant zunimmt. "Neben der physischen Nachfrage gibt es Spekulanten, die die Preise treiben", sagte Holger Schmieding von der Bank of America. Zudem werde immer häufiger Getreide und Mais zu Biosprit verarbeitet. "Das Angebot kann damit nicht mehr Schritt halten", sagt Volkswirt Leim.

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