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Groupon hat am Kapitalmarkt bereits viel Porzellan zerschlagen.

Dämpfer für Schnäppchenportal

Groupon verliert an Schwung: Aktie bricht ein

Chicago - Das Schnäppchenportal Groupon stößt seine Anteilseigner mal wieder vor den Kopf: Ein schwächer als erwartetes Wachstum lässt die Aktie nachbörslich auf ein neues Allzeittief fallen.

Das in Rekordzeit zu einem Milliardenkonzern herangereifte Schnäppchenportal Groupon hat einen kräftigen Dämpfer einstecken müssen: Der Zulauf an Kunden hat sich im zweiten Quartal deutlich abgeschwächt, genauso das Umsatzwachstum. Der Trend wird sich nach Ansicht des Managements im laufenden dritten Quartal noch verschlimmern.

Die Anteilseigner reagierten nach der Vorlage der Zwischenbilanz am Montag panisch: Die Aktie brach nachbörslich um mehr als 21 Prozent auf ein neues Allzeittief von unter 6 Dollar ein. Beim Börsengang im November hatten Anleger noch 20 Dollar berappen müssen.

Die Börsianer ließen sich auch nicht dadurch beschwichtigen, dass Groupon unterm Strich 28 Millionen Dollar verdiente nach einem Verlust von 107 Millionen Dollar vor einem Jahr. Die schwarzen Zahlen gelangen dem Unternehmen letztlich nur durch den Tausch von Anteilen an Firmen in China und einem daraus resultierenden Gewinn.

Geschäftsmodell auf Dauer funktionstüchtig?

Einzelhändler und andere Gewerbetreibende können bei Groupon Rabattcoupons anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen erhält dann eine Kommission. “Wir hatten ein solides Quartal trotz Herausforderungen in Europa und weiteren Investitionen in Technologie und Infrastruktur“, erklärte Gründer und Firmenchef Andrew Mason.

Im zweiten Quartal wuchs Groupon im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent auf 568 Millionen Dollar (460 Mio Euro). Für andere Unternehmen wäre das ein gewaltiger Erfolg. Doch für Groupon ist es eine mittlere Katastrophe: Im ersten Quartal hatte die Firma noch doppelt so stark zulegen können. Für das dritte Quartal ist sogar eine Abschwächung des Wachstums auf 35 bis 44 Prozent prognostiziert.

Schon seit einiger Zeit hegen die Anleger Zweifel daran, dass das Geschäftsmodell des erst 2008 gestarteten Unternehmens überhaupt dauerhaft funktionieren kann. Die Frage ist, ob die hohen Kosten für das Aufspüren und die Vermarktung der Schnäppchen sich rechnen. Einige Konkurrenten haben bereits die Segel gestrichen. Größter Rivale ist derzeit LivingSocial, hinter dem unter anderem der größte Online-Händler Amazon als Investor steckt.

Erschwerend kommt hinzu, dass Groupon am Kapitalmarkt bereits viel Porzellan zerschlagen hat. Das Unternehmen machte mehrfach Schlagzeilen wegen schlampiger oder etwas zu einfallsreicher Buchführung und musste seine Zahlen korrigieren.

dpa

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