Mit Gründergeist in die Gewinnzone

- München - Eine U-Bahn-Fahrt von der Uni nach Hause hat Konstantin Krauss auf eine lukrative Geschäftsidee gebracht. Zwei Modestudentinnen sprachen über einen entworfenen Rock, gut benotet und mit viel Lob bedacht, der nun wohl in einem Magazin verstauben werde. So entstand der Plan, Designer-Modelle über das Internet an die Frau zu bringen. Den passenden Rahmen lieferte der LMU-Wettbewerb 5-Euro-Business, bei dem sich Studenten als Unternehmer erproben. Der 20-Jährige gründete mit zwei Kommilitonen die Firma MuniqueStyle, die prompt den ersten Preis und damit 1000 Euro bekam.

Mit fünf Euro Startkapital in sechs Wochen eine Firma auf die Beine stellen - die möglichst auch noch Umsatz macht. Das ist die Aufgabe, der sich elf Teams stellten; acht hielten bis zum Schluss durch. "Es ist schon sehr viel Arbeit, und das Studium läuft ja weiter", erklärt BWL-Student Konstantin, warum andere vielleicht aufgeben.Verena Zabler (20) hat für ihre Gruppe einen Stundenlohn im Cent-Bereich errechnet. Aber die gute Idee war es wert. Das Unternehmen Sonnenfreu.de bescherte Studenten mit Matten bequemere Uni-Pausen. Ihr Slogan: "Grasflecken? Nasser Hintern? Dieser Sommer wird anders. Bei uns liegst du richtig." Das Quintett stellt die Vermietung nun erst einmal ein. "Wir müssen uns wieder aufs Studium konzentrieren", erklärt Korbinian Soller. Vielleicht werde man den Service bei einmaligen Veranstaltungen, etwa bei Kino-Open-Airs, anbieten. Gelernt habe sie jedenfalls sehr viel, meint Politikstudentin Verena: "Ich musste mich präsentieren."Alle Teams wurden von Wirtschaftspaten aus ortsansässigen Unternehmen betreut. Zudem gab es Seminare zu Management, Marketing und Finanzierung.Gefruchtet hat das wohl besonders bei MuniqueStyle. Das Trio wird von allen zum Weitermachen gedrängt. Über den Onlineshop wurde innerhalb von drei Wochen Ware im Wert von 2500 Euro verkauft. 500 Euro blieben bei den Existenzgründern, der Rest ging an die begeisterten Partner von der Deutschen Meisterschule für Mode in München. "Die Modeschule Sigmaringen hat auch schon Interesse angemeldet", berichtet Gerhard Müller (22, Chemiestudent). "Wir haben scheinbar wirklich eine Marktlücke entdeckt", freut sich Christoph Ebner (20). Ihr Label verknüpfe noch unbekannte Modemacher mit an günstigen Designer-Modellen Interessierten.Der zweite Platz (700 Euro) ging an die Firma Audikon, die CD-Sammlungen in ein digitales Archiv konvertiert (wir berichteten). Ein Trio, das Stadtführungen für Senioren anbietet, wurde Dritter (500 Euro).

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