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Grüne: Gas-Lieferstopp durch Russland weiterhin möglich

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Dieter Janecek
Dieter Janecek © IMAGO / Political-Moments

Obwohl die Gaslieferung durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wieder angelaufen ist, halten die Grünen halten einen vollständigen Lieferstopp durch Russland immer noch für möglich.

Berlin in Deutschland - Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Dieter Janecek, sagte der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe), "mit einer gewaltigen Kraftanstrengung bereiten wir uns auf alle Szenarien vor inklusive eines vollständigen russischen Gaslieferstopps".

Oberste Priorität habe die Einsparung von Gas in Industrie und Haushalten, um die Gasspeicher für den kommenden Winter möglichst stark zu füllen und gleichzeitig die Nachfrage nach Gas kurzfristig um bis zu 20 Prozent zu senken. Dabei arbeite Deutschland mit den europäischen Partnern eng zusammen. "Norwegen und die Niederlande sind kurzfristig bereit, zusätzliches Gas zu liefern, um russisches Gas zu ersetzen", sagte der Grünen-Energiepolitiker.

Zudem halte er weitere Schritte auf EU-Ebene für notwendig: "Um die Preise beim Einkauf auch wieder senken zu können, werben wir dafür, dass die Europäische Union ein Einkäufer-Kartell bildet, um mit einer Stimme zu sprechen." ran/mt

Moskau wirft Westen alleinige Verantwortung für Probleme bei Gaslieferungen vor

Die Regierung in Moskau hat für Probleme mit der Lieferung von russischem Erdgas westliche Sanktionen verantwortlich gemacht. Der Vorwurf, der Kreml nutze Erdgas, um andere Länder zu erpressen, sei "vollkommen" unbegründet, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag vor Journalisten. Am Donnerstag war durch die russisch-deutsche Pipeline Nord Stream 1 nach Ende mehrtägiger Wartungsarbeiten wieder Erdgas geströmt.

Den ersten Daten des deutschen Gasnetzbetreibers Gascade zufolge entspricht die Menge jener von vor den Arbeiten - beläuft sich also auf etwa 40 Prozent der Höchstkapazität der Pipeline. Mitte Juni hatte der russische Gaskonzern Gazprom die Liefermenge auf dieses Maß beschränkt. Das Unternehmen hatte dies mit dem Fehlen einer Turbine begründet, die zu diesem Zeitpunkt in Kanada repariert wurde.

Alle "technischen Schwierigkeiten" bei Gaslieferungen lägen an "den Restriktionen, die europäische Staaten selbst eingeführt haben", sagte Peskow nun. Die Sanktionen würden "Reparationen an der Ausrüstung" verhindern, insbesondere an "Turbinen in Verdichterstationen". Peskow bekräftigte zudem die kürzlich von Präsident Wladimir Putin getätigte Aussage, Russland werde "all seine Verpflichtungen" erfüllen.

Am Mittwoch hatte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, Russland vorgeworfen, es erpresse die EU und nutze Gas "wie eine Waffe". Deutschland und die EU hatten sich während der Arbeiten an Nord Stream 1 auf eine endgültige Einstellung der Erdgas-Lieferungen durch Gazprom eingestellt. bur/se/ju

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