Grüne lehnen Einstieg eines Finanzinvestors bei BayernLB ab

Die Landtags-Grünen lehnen den Einstieg eines Finanzinvestors bei der BayernLB zum jetzigen Zeitpunkt ab. Zunächst müsse die Staatsregierung ein Konzept für die Bank vorlegen, forderte Landtagsfraktionschef Sepp Dürr am Dienstag in Nürnberg. "Ein Investor würde die strukturellen Probleme nicht lösen, sondern vertuschen und verlängern", sagte er.

Die von der internationalen Finanzkrise gebeutelte BayernLB prüft derzeit die Beteiligung eines privaten Investors. Bislang halten der Freistaat und die bayerischen Sparkassen je 50 Prozent an dem Institut. Dürr warf Ministerpräsident Günther Beckstein und Finanzminister Erwin Huber (beide CSU) vor, die Landesbank "zu verramschen und zu verscherbeln". Sie hätten bis heute eine Debatte über das künftige Geschäftsmodell der Bank verweigert und versuchten stattdessen, sich "durchzuwursteln".

Die Belastungen der BayernLB seit Beginn der Finanzkrise summieren sich auf 4,9 Milliarden Euro. Dürr zeigte sich überzeugt davon, dass die negative Entwicklung noch nicht abgeschlossen sei. "Das dicke Ende kommt noch", sagte er. Insbesondere für die kleinen Sparkassen im Freistaat könne dies existenzbedrohend werden, da die Sparkassen für einen Teil der Verluste bürgen müssten.

Die Nürnberger Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Stahl sagte, es müsse zunächst geklärt werden, welche Bereiche der BayernLB für Privatinvestoren geeignet seien und ausgelagert werden könnten. "Die Staatsregierung muss Sparkassen und Verbrauchern noch vor der Landtagswahl reinen Wein einschenken", verlangte Stahl.

Ein Sprecher der Bank bat auf Anfrage um Mäßigung in der Debatte. "Die BayernLB bittet bei allem Verständnis für politische Auseinandersetzungen in Wahlkampfzeiten die Parteien, fair mit der Bank umzugehen und auf die Wortwahl zu achten", sagte er. Derzeit würden verschiedene Zukunftsoptionen für die Bank geprüft, bei allen gehe es aber darum, sinnvolle Lösungen sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter zu finden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Google startet neuen Musik-Streamingdienst: YouTube Music auch in Deutschland
YouTube ist die populärste Videoplattform. Google will darauf aufbauen, um mit einem neuen Musik-Streamingdienst Spotify und Apple Music Konkurrenz zu machen.
Google startet neuen Musik-Streamingdienst: YouTube Music auch in Deutschland
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Im Abgasskandal bekommt Audi-Chef Stadler die harte Hand der Justiz zu spüren. Wegen Verdunkelungsgefahr nahmen Ermittler ihn in U-Haft. Ein vorläufiger Nachfolger steht …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Leichter Preisrückgang bei Strom und Gas im ersten Halbjahr
Heidelberg/München (dpa) - Strom und Gas für Haushaltskunden sind im ersten Halbjahr 2018 etwas billiger geworden. Der Preis sank nach Angaben der Vergleichsportale …
Leichter Preisrückgang bei Strom und Gas im ersten Halbjahr

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion