Die grünen Visionen der Autobauer

Frankfurt - Nach Vorstellungen des Verbandes der Automobilindustrie soll die diesjährige IAA die bislang politischste, weil umweltfreundlichste werden. Eine "Kompetenzschau in Sachen Kraftstoffeffizienz" verspricht der Verband. Da wollen sich die Aussteller nicht lumpen lassen und versprechen eine tief grüne Offensive.

Stellvertretend für alle Autobauer sagt Mercedes-Vertriebsvorstand Klaus Maier: "Umweltverträglichkeit ist eines der großen Ziele, dem wir uns verschreiben müssen." VDA-Sprecher Eckehart Rotter betont aber auch: "Wir planen keine grüne Woche", will sagen, der Besucher soll auch noch ein bisschen Spaß haben.

Zunächst aber werden sich Aussteller und Messebesucher mit dem Thema Nummer eins der diesjährigen IAA befassen müssen, dem Klimawandel. "CO2 wird das am meisten benutzte Wort auf der IAA sein", prophezeit Automobilwissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer. Von den europäischen Herstellern würden jede Menge an Hybrid-Konzeptstudien und Vorserien-Modelle zu erwarten sein.

Die deutschen Autobauer wollen sich nicht verstecken und mit einer in dieser Form einzigartigen Offensive an treibstoffsparenden Technologien aufwarten. Dabei werden sich drei große Strömungen zeigen:

Erstens nochmals verbesserte und sauberere Dieselmotoren, erste Studien zu einer neuen Motorengeneration, die die Vorteile von Diesel- und Otto-Motor verbindet, sowie das derzeit vor allem vom VW-Konzern bereits forcierte Downsizing, also die Verkleinerung des Hubraums der Motoren mit entsprechend weniger Verbrauch, aber dennoch hoher Leistung und Fahrspaß.

Die zweite Gruppe sind Micro-Hybrid genannte Start-Stopp-Systeme und einfache Brems-Energie-Rückgewinnungs-Systeme. Hier sind laut Dudenhöffer sofort oder in Kürze fahrbereite Modelle von BMW (Mini, 1er und 3er) von Mercedes (A- und B-Klasse, Smart), aber auch von Citroën oder Fiat zu sehen.

Drittens sind es Hybrid-Systeme (startklar ab Ende 2008, 2009 und 2010) der Premiumhersteller von Audi über BMW bis zu Porsche und VW; Ford wird mit dem Kuga den ersten in Deutschland in Serie gebauten Hybrid zeigen (Start Anfang 2008).

Mercedes will insgesamt 18 Öko-Modelle in Frankfurt präsentieren - letztlich wird die gesamte Modellpalette der deutschen Hersteller jeweils ein ausgewiesenes Ökomodell besitzen, um die strengen CO2-Anforderungen der EU erfüllen zu können. Doch jenseits aller Öko-Diskussionen will die IAA auch Emotionen wecken. Neue Modelle und Konzeptstudien versprechen weiter Spaß am Autofahren.

VW etwa will mit der Studie eines heckgetriebenen Kleinwagens ein ganz besonderes Auto für die Anforderungen der künftigen Mobilität vorstellen. Die Konzerntochter Audi präsentiert mit dem neuen A4 eines der Brot-und-Butter-Modelle der Produktpalette. Mercedes zeigt die neue C-Klasse als Kombi und BMW demonstriert das 1er Coupé. Und keine Sorge, auch PS-Monster werden in Frankfurt nicht fehlen - allen voran etwa der Porsche GT2 mit 530 Pferdestärken und der Audi RS6 mit 565 PS.

Info zur Messe

 Die 62. Internationale Automobil- Ausstellung (IAA) auf dem Frankfurter Messegelände ist für alle Auto-Fans vom 15. bis 23. September jeweils von 9 bis 19 Uhr geöffnet. An den Tagen davor werden mehr als 10 000 Journalisten und Tausende Fachbesucher erwartet. Wie bei der vorangegangenen Messe 2005 rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) als Veranstalter mit einer Million Besucher. Das Motto lautet in diesem Jahr: "Sehen, was morgen bewegt".

Eine Tageskarte kostet am Wochenende (15./16. 9. und 22./23. 9.) 15 Euro, an Werktagen (17.-21. 9.) 13 Euro. Kinder (6-14 Jahre), Schüler, Studenten, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende zahlen 7,50 Euro. Zudem gibt es ein sogenanntes Feierabendticket ab 15 Uhr zum Preis von 8 (ermäßigt 4,50) Euro.

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