Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

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Knapp drei Viertel der Aktionäre gaben grünes Licht für eine Kapitalerhöhung bei der Hypo Real Estate.

Grünes Licht für HRE-Verstaatlichung

München - Knapp drei Viertel der anwesenden Aktionäre stimmten auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Hypo Real Estate der geplanten Kapitalerhöhung zu.

Der Weg für die komplette Verstaatlichung der Hypo Real Estate AG ist frei. Trotz wütender Proteste von Kleinaktionären stimmte die Hauptversammlung der notwendigen Kapitalerhöhung am Dienstagabend mit 74 Prozent zu.

Damit kann der Bund gegen eine Kapitalspritze von drei Milliarden Euro seinen Anteil an der Pfandbriefbank sofort von 47 auf 90 Prozent erhöhen und anschließend den US-Investor Christopher Flowers wie alle übrigen Aktionäre gegen Zahlung einer Abfindung ganz aus dem Unternehmen drängen. Eine Enteignung nach dem Rettungsgesetz wird unnötig. Die Bank sei ohne die Staatsbürgschaften über 100 Milliarden Euro sowie weitere kräftige Kapitalerhöhungen nicht überlebensfähig, betonte Vorstandschef Axel Wieandt. “Wir hätten bereits Insolvenz beantragen müssen“, sagte er.

Wegen hoher Abschreibungen und drohenden Kreditausfällen bei Gewerbe-Immobilien sei dieses und nächstes Jahr erneut mit roten Zahlen zu rechnen. Weil der Staat die investierten Steuergelder sichern wolle, sei eine 100-prozentige Übernahme ohne Alternative. Aktionärsschützer warfen nicht nur dem früheren Bankvorstand, sondern auch den Aufsichtsbehörden Versagen vor: “Jetzt müssen wir denen, die für den ganzen Mist verantwortlich sind, auch noch unsere Aktien geben“, empörte sich Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). SdK-Sprecher Petersen sagte, der Staat führe sich auf “wie eine Heuschrecke“. Eine vollständige Verstaatlichung sei unnötig und widerrechtlich, sagte seine Kollegin Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Pfeifkonzert für Rettungsfonds

Mit Pfeifkonzerten, Buhrufen und Sprechchören machten Kleinaktionäre ihrer Empörung Luft. Der Chef des staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin, Hannes Rehm, wurde niedergebrüllt, als er vor den 1.900 versammelten Anlegern sagte, die HRE könne “nicht mit einer bloßen Mehrheitsbeteiligung des Staates“ gerettet werden. “Wir müssen ausschließen, dass die erforderliche Umstrukturierung durch Einzelinteressen gravierend verzögert, verteuert und kompliziert werden kann“: Mit solchen Störmanövern gebe es leidvolle Erfahrungen, sagte Rehm. Als Staatsbank komme die Bank auch viel billiger wieder an Geld und mittelfristig wieder in die Gewinnzone. Ein Zusammenbruch der Pfandbriefbank würde die Folgen des Zusammenbruchs der US-Bank Lehman Brothers “weit in den Schatten stellen“, warnte Rehm.

Bankenaufsicht Versagen vorgeworfen

Bergdolt sagte, das Grundrecht auf Eigentum werde der politischen Opportunität geopfert. Der alte HRE-Vorstand habe kriminell gezockt und die Bank “in den Ruin gefahren“. Aber das Desaster sei “auch das Ergebnis eines eklatanten Versagens unseres Staates, eine funktionsfähige Bankaufsicht auf die Beine zu stellen“, sagte Bergdolt unter dem Beifall der Aktionäre. Ein Vertreter von Flowers, der bereits mit Klagen gegen seinen Ausschluss gedroht hatte, meldete erneut “erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit“ der Verstaatlichung an.

Wacklige Milliardenkredite

Wieandt zeichnete ein bedrohliches Bild von der Lage der Bank und sagte: “Das Überleben kann nur von dem SoFFin kommen.“ Das riskante Geschäftsmodell der Tochter Depfa habe die HRE in Existenznot gebracht. Die erforderliche Mindestkapitalquote sei deutlich unterschritten. Die Problemkredite bei Gewerbeimmobilien summierten sich auf 7,3 Milliarden Euro.

Die jetzt beschlossene Kapitalerhöhung werde nicht reichen. Die Sanierung werde mehrere Jahre dauern. Die HRE müsse sich aus der Infrastrukturfinanzierung, dem Kapitalmarktgeschäft und den Schwellenländern zurückziehen. Künftig konzentriere sie sich auf Immobilienfinanzierung in Europa und auf Staatsfinanzierung mit Pfandbriefen. Die HRE habe bereits fünf Standorte geschlossen, einzelne Tochtergesellschaften verkauft und den Abbau von 300 der 1.800 Stellen vereinbart.

AP

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