Grundig: Händler-Genossenschaft Rettungsanker für den Konzern?

- München - Die Zukunft des Elektrounternehmens Grundig liegt womöglich nicht in den Händen internationaler Großkonzerne, sondern in denen der eigenen Fachverkäufer. Ein Grundig-Händler aus Hohenlinden (Landkreis Ebersberg) versucht, eine Händler-Genossenschaft aufzubauen, die das deutsche Traditionsunternehmen weiterführen soll. Der Bund der Selbstständigen prüft derzeit die Chancen der ehrgeizigen Pläne. Die Zeit dafür wird allerdings knapp. Am 30. Juni wird endgültig das Insolvenzverfahren eröffnet.

"Das Käuferinteresse bei Grundig ist nach wie vor gut. Der Name hat einen guten Klang", erklärt Fachhändler Christian Eckert aus Hohenlinden. Er stellt sich eine genossenschaftlich organisierte Gruppe von Händlern vor, die das Unternehmen "in abgespeckter Form" und möglicherweise mit Unterstützung von Banken weiterführt. "Wenn wir Händler Teilhaber sind, würden wir die Marke auch forcieren", argumentiert er. Rund 3500 Grundig-Fachhändler gibt es in Deutschland.<BR><BR>Der Bund der Selbstständigen prüft die Chancen des Projekts. Etwa 400 Elektro-Einzelhändler, die dem Verband angehören, sollen in diesen Tagen nach ihrer Bereitschaft befragt werden, in eine entsprechende Genossenschaft zu investieren. Zudem will man das bayerische Wirtschaftsministerium einschalten. "Die Zeit ist allerdings sehr, sehr knapp", gibt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Thomas Schörg zu bedenken.<BR><BR>Bei Grundig sind die Pläne noch nicht vorgestellt worden. "Der Grundig AG ist von einer solchen Initiative nichts bekannt", sagte Unternehmenssprecher Holm Kilbert. Er bewertet die Idee aus Hohenlinden zurückhaltend: "Grundsätzlich begrüßen wir jede Initiative, die zur Rettung des Unternehmens beiträgt. Sie muss jedoch realistisch sein und den enormen Zeitdruck berücksichtigen, unter dem wir stecken."<BR>

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