Grundig-Belegschaft muss weiter zittern

- Nürnberg - Die rund 1300 deutschen Mitarbeiter des traditionsreichen Elektronik-Herstellers Grundig müssen weiterhin um ihre Arbeitsplätze bangen. Nachdem das Amtsgericht Nürnberg gestern die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verschoben hat, rechnet der Betriebsrat nicht vor Juli mit einer Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens. Das Amtsgericht Nürnberg hatte die Frist für die Abgabe des endgültigen Gutachtens zum Insolvenzantrag bis zum 30. Juni verlängert.

<P>Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Thomas Schwarz laufen derzeit Verhandlungen mit mehreren an der Grundig-Übernahme interessierten Unternehmen. "Wir müssen nun aus den Vielen den richtigen rausfinden", fügte er hinzu. Auch mit dem türkischen Elektronik-Hersteller Beko werde wieder verhandelt. Gescheiterte Gespräche mit den Türken hatten das Grundig-Management Mitte April zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens gezwungen.<BR><BR>Nach Einschätzung des Arbeitnehmer-Vertreters warten derzeit die Investoren vor einer endgültigen Festlegung die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ab. "Denn erst danach werden wir richtig billig", sagte Schwarz mit Blick auf die mit der Insolvenz entfallenden Pensions-Verpflichtungen von rund 200 Millionen Euro. Entsprechende Ansprüche übernimmt in solchen Fällen in aller Regel der Pensionsfonds der deutschen Industrie.<BR><BR>Grundig-Sprecher Holm Kilbert bestätigte lediglich Verhandlungen mit potenziellen Interessenten, wollte aber keine näheren Details nennen. Auf die Frage, ob sich Grundig bei den Verhandlungen eine Frist gesetzt habe, sagte Kilbert: "Der Zeitdruck ist groß genug, dass wir uns da keine Frist zu setzen brauchen."<BR><BR>Enttäuscht zeigte sich unterdessen Betriebsrats-Chef Schwarz über die verschobene Eröffnung des Insolvenzverfahrens. "Die Leute wollen einfach wissen, wie es bei Grundig weiter geht. Was wir jetzt haben, ist eine unmögliche Situation", sagte er. "Was die Leute bedrückt, ist die Unsicherheit."<BR><BR></P>

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