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Weihnachtsbaumplantage in Cleebronn in Baden-Württemberg. Foto: Bernd Weißbrod

Im November wird geschlagen

Günstiges Wetter spricht für gute Weihnachtsbaum-Ernte

Ja ist denn schon Weihnachten? Das nicht, aber die Weihnachtsbaumerzeuger verwenden gerade letzte Mühen auf Pflege und Schutz der Bäume und hoffen auf günstiges Wetter. Im November wird schon geschlagen. Was ein Christbaum dann wohl kostet?

Bühl/Cleebronn (dpa) - Die Weihnachtsbäume stehen prima da und versprechen den Erzeugern eine gute Qualität. Ob das so bleibt und damit auch die Preise stabil sind, ist laut Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger (BVWE) aber noch längst nicht ausgemacht.

"Bis September müssen wir wettermäßig noch zuwarten", sagt Verbandsgeschäftsführer Martin Rometsch. Die heiße Sommerphase sei noch lange nicht vorbei, und heftige lokale Gewitter mit dem für Weihnachtsbäume gefährlichen Hagel jederzeit möglich. "Für eine belastbare Preisaussage ist es einfach noch viel zu früh", warnte Rometsch.

Hinzu komme, dass viele Landwirte jetzt noch nicht wüssten, wie viele erntbare Bäume in ihren Kulturen stehen. Erst Anfang September würden die Erzeuger durch ihren Bestand gehen, sich jeden einzelnen Baum anschauen und nach Qualitätsklassen sortieren. "A für den makellosen Baum mit geradem Stamm, schöner Spitze und gleichmäßigen Seitentrieben", so Rometsch. Dieser sei bei den Verbrauchern am meisten gefragt - und immer ausverkauft.

"Wir sehen außerdem den Trend zum kleineren und schlanken Baum", sagte Landwirt Albrecht Gerhäuser aus Cleebronn (Kreis Heilbronn), der pro Jahr rund 9000 Nordmanntannen im Direktverkauf vertreibt. "Die Wohnungen werden kleiner." Meist wünschten sich Käufer einen 1,60 bis 2 Meter hohen Baum.

Der Hang der Deutschen zum makellosen Christbaum bringt für die Landwirte mehr Arbeit mit sich: Aufwand und Kosten für Pflege und Schutz der Bäume steigen laut Gerhäuser. Nach Worten Rometschs entstehen beispielsweise für einen 1,80 Meter hohen Baum, der etwa für 32 Euro verkauft werde, Kosten zwischen 15 und 18 Euro. "Dafür hat der Landwirt zehn Jahre auch das Risiko zu tragen". Solange brauche ein solcher Weihnachtsbaum, bevor er geschlagen werden könne.

Pro Hektar Christbäume würden inzwischen 100 Arbeitsstunden angesetzt, "manche sprechen von 150 Stunden". Die Pflege der Bäume erfolge größtenteils per Hand. "Da kann kaum etwas mechanisiert werden", sagte Rometsch.

Etwa 85 Prozent der in Deutschland verkauften Bäume stammen dem Bundesverband zufolge von den etwa 2000 großen und kleinen deutschen Erzeugern. "Tendenz steigend", sagt Geschäftsführer Rometsch. Die übrigen kommen unter anderem aus Dänemark. "Die Menschen schätzen es mehr und mehr, einen Baum aus der Gegend zu kaufen." Im vergangenen Jahr kostete eine Nordmanntanne pro Meter zwischen etwa 18 und 23 Euro.

Infos zu den Christbäumen vom Lindenhof

Infos des BVWE zu Weihnachtsbaumtrends

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