Gütesiegel will Mittelständler für Ethik auszeichnen

- München/Frankfurt - Ein neues Gütesiegel soll mittelständische Firmen für eine soziale und ökologische Unternehmenspolitik auszeichnen. Das Label "Ethics in Business" solle das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft stärken, teilten die Initiatoren mit. Bei dem Wettbewerb werden Firmen zum Beispiel auf Mitspracherechte, Chancengleichheit und umweltverträgliche Produktion geprüft. Das Siegel soll erstmals im Herbst verliehen werden. Initiatoren des Projekts sind Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen.

<P>Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Gallup halten rund 70 Prozent der Deutschen Konzernchefs für unehrlich, teilten die Initiatoren mit. "Es gibt jedoch genügend ehrliche und ehrbare Unternehmer. Unser Ziel ist es, diese Unternehmer öffentlich bekannt zu machen" sagte der Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Compamedia GmbH, die das Projekt organisiert.</P><P>"Ethik und Unternehmensführung müssen zusammengehören", forderte der Geschäftsführer des Textilherstellers Trigema, Wolfgang Grupp. Für ein Unternehmen seien zum Beispiel Vertrauen und Motivation der Mitarbeiter wichtig. Sein eigenes Unternehmen darf als Beispiel gelten. Während gerade viele Textilhersteller in den letzten Jahren die Produktion in Billiglohnländer ausgelagert haben, hält Trigema am Standort Deutschland fest. Betriebsbedingte Entlassungen hat es in den letzten 35 Jahren nicht gegeben. Rund 1200 Mitarbeiter arbeiten an den drei Werken auf der Schwäbischen Alb. Auch auf ökologische Standards wird großer Wert gelegt.</P><P>Bei dem Wettbewerb können sich Firmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern bewerben. Sie werden anhand von 50 Kriterien überprüft. Firmen, die die Ansprüche erfüllen, erhalten das Gütesiegel und zahlen dafür 4900 Euro. Das beste Unternehmen wird im Herbst mit dem nicht dotierten "Deutschen Preis für Wirtschaftsethik" geehrt.<BR></P>

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