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Finanzchef Guido Kerkhoff übernimmt zunächst die Leitung von Thysenkrupp. Foto: Ina Fassbender

Ringen um Stabilität

Kerkhoff wird Übergangschef bei Thyssenkrupp

Bei dem in eine Führungskrise geschlitterten Industriekonzern Thyssenkrupp will die Krupp-Stiftung nun für Stabilität sorgen. Übergangsweise soll ein enger Mitarbeiter des überraschend zurückgetretenen Konzernchefs Hiesinger das Ruder übernehmen.

Essen (dpa) - In der Führungskrise bei Thyssenkrupp will die mächtige Krupp-Stiftung Verantwortung für die Stabilität des Konzerns übernehmen.

Dafür und für das langfristige Unternehmenswohl werde sie sich gemeinsam mit dem Managemet und den Arbeitnehmervertretern einsetzen, teilte die Stiftung nach einer außerordentlichen Sitzung des Kuratoriums in Essen mit.

Das Gremium bekundete "großes Bedauern" über den überraschenden Rückzug von Konzernchef Heinrich Hiesinger, der in der vergangenen Woche das Handtuch geworfen hatte.

Zuvor war bekannt geworden, dass mit Guido Kerkhoff ein langjähriger enger Mitarbeiter des zurückgetretenen Konzernchefs vorübergehend das Ruder bei Thyssenkrupp übernehmen soll. Kerkhoff werde das Unternehmen führen, bis ein Nachfolger für Heinrich Hiesinger gefunden sei, teilte das Unternehmen am Freitag in Essen mit.

Die Entscheidung im Aufsichtsrat sei einstimmig gefallen, hieß es. "Die Aufsichtsratsmitglieder sind sich einig, dass Thyssenkrupp vor allem Stabilität und Kontinuität braucht, um den eingeschlagenen Weg der Transformation erfolgreich fortsetzen zu können", sagte Aufsichtsratschef Ulrich Lehner.

Die Stiftung ist mit einem Anteil von 21 Prozent wichtigste Aktionärin. Nach dem überraschenden Rückzug von Hiesinger Ende vergangener Woche war zunächst über einen mangelnden Rückhalt durch die Stiftungschefin Ursula Gather spekuliert worden. Hiesinger war zuvor von aktivistischen Investoren scharf attackiert worden, die einen schnelleren Umbau des Konzerns fordern. Zweitgrößter Thyssenkrupp-Aktionär ist mit einem Anteil von 18 Prozent der schwedische Investor Cevian, der auch im Aufsichtsrat des Konzerns vertreten ist.

Es gelte jetzt, das Ende Juni vereinbarte Stahl-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata konsequent umzusetzen und die übrigen Geschäftsbereiche zukunftsorientiert fortzuentwickeln, hieß es in der Mitteilung der Stiftung. Der amtierende Vorstand mit Kerkhoff an der Spitze genieße dabei das volle Vertrauen der Stiftung. Auch künftig sehe man sich dem Willen von Alfried Krupp verpflichtet, die Einheit des Unternehmens möglichst zu wahren und seine weitere Entwicklung zu fördern.

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