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Das Verhalten einiger Staatsanwälte kritisiert Gurlitt-Sprecher Holzinger.

Durchstechereien

Gurlitt-Sprecher kritisiert Staatsanwälte

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München - Der Gurlitt-Sprecher Stephan Holzinger kritisiert im Merkur-Interview Durchstechereien von geheimen Informationen durch Ermittler: "Im schnelllebigen Geschäftsleben tödlich."

Der Krisen-Berater und Gurlitt-Sprecher Stephan Holzinger kritisiert die Praxis von Ermittlungsbehörden, geheime Informationen durchzustechen. Wie Holzinger im Interview mit dem Münchner Merkur (Dienstagsausgabe) sagt, agierten Staatsanwälte oft öffentlich gegen Beschuldigte, deren Schuld aber gerichtlich noch gar nicht feststehe.

"Häufig fällt die Anklage ja in sich zusammen oder es bleibt am Ende nicht mehr viel davon übrig", so Holzinger. Oft jahrelange Ermittlungen kämen für viele Beschuldigte aber einem Berufsverbot gleich.

Viele Mandanten fürchten Gerichtssaal der Öffentlichkeit mehr als Prozess

 "Vorverurteilt sind sie gleich, aber es kann fünf, sechs Jahre dauern, bis ihre Unschuld gerichtlich feststeht." Das sei im heutigen schnelllebigen Geschäftsleben tödlich. Viele seiner Mandanten, zu denen auch Top-Manager, Konzerne und vermögende Familien gehören, "fürchten daher den Gerichtssaal der Öffentlichkeit mehr als den eigentlichen Prozess".

Besonders brisant sei das, weil es nach Holzingers Erfahrung in den Top-Wirtschaftsetagen "kaum noch Grenzen bei der Wahl der Mittel" gebe, um einen Konkurrenten durch eine Schmutzkampagne zu beschädigen. "Ich stelle seit längerer Zeit eine zunehmende Verrohung der Sitten fest", sagte der Litigations-Experte, dessen Unternehmen in München sitzt.

Unter anderem beriet Holzinger den Vorstandschef der Niederlassung einer deutschen Bank in den USA, der mit fingierten Kinderporno-Vorwürfen geschasst wurde - dabei war in in das Büro eingedrungen und der Computer manipuliert worden. Der Mandant wurde inzwischen rehabilitiert und finanziell entschädigt.

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