+
Im vergangenen Jahr hatte Trockenheit zu heftigen Einbußen geführt. Foto: Armin Weigel

Hopfenbauern rechnen mit überdurchschnittlicher Ernte

Wer in Deutschland Hopfenpflanzer ist, braucht starke Nerven. Denn die Erntemengen schwanken seit Jahren extrem. Nach starken Einbußen im vergangenen Jahr sieht es für 2016 aber wesentlich besser aus.

Wolnzach (dpa) - In den bayerischen Hopfenanbaugebieten hat die Ernte begonnen. Die Hopfenbauern erwarten einen deutlich besseren Ertrag als nach dem heißen Sommer 2015.

"Wir stehen vor einem überdurchschnittlichen Hopfenjahr", sagte der Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer, Johann Pichlmaier, bei der traditionellen Hopfenrundfahrt in der Hallertau, dem größten deutschen Anbaugebiet. Bundesweit könne mit einer Ernte von rund 41 400 Tonnen Hopfen gerechnet werden - mit etwa 36 000 Tonnen stammt der Löwenanteil aus Bayern. Die Anbaufläche vergrößerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 742 auf 18 600 Hektar.

Wegen der extremen Hitze mussten die Hopfenbauern im vergangenen Jahr große Einbußen hinnehmen. Die Erntemenge belief sich nur auf rund 28 000 Tonnen. Pichlmaier wiederholte seine Forderung, die Politik müsse Möglichkeiten schaffen, damit Hopfenpflanzer solche Risiken durch steuerfreie Rücklagen abdecken könnten. "Wir müssen und wollen dazu in der Lage sein, schlechte Jahre – und diese kommen ganz offenbar immer häufiger - ohne externe oder staatliche Hilfe zu überstehen", betonte er.

Eine Kommission hatte in den vergangenen Tagen die deutschen Anbaugebiete bereist, um die neueste Schätzung zu erstellen. Sie fällt deutlich besser aus als die erste Einschätzung vom Juli, die von knapp 36 000 Tonnen ausging. Die Witterungsverhältnisse seien in den entscheidenden Monaten Juli und August mit nicht zu hohen Temperaturen und ausreichend Niederschlag günstig für das "grüne Gold" gewesen, erläuterte Pichlmaier. Das bedeute für die rund 1150 Hopfenbaubetriebe, dass sie ihre Vorverträge bis auf wenige Ausnahmen erfüllen könnten und darüber hinaus auch noch Freihopfenmengen zur Verfügung hätten.

Gute Nachrichten gab es auch aus Franken, wo überwiegend der stark nachgefragte Aroma-Hopfen angebaut wird. Dieses Jahr sei ein "absolutes Wachstumsjahr", sagte der Geschäftsführer des Hopfenpflanzer-Verbandes Spalt, Werner Wolf. Seine Hopfenbauern gehen von 650 Tonnen Ernte aus - im Vorjahr waren es nur 360 Tonnen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Opec+" beschließt höhere Ölproduktion
Wien (dpa) - Nach der Opec hat sich auch die Runde der sogenannten "Opec+"-Staaten auf eine Ausweitung der Ölproduktion verständigt. Das selbst auferlegte Förderlimit …
"Opec+" beschließt höhere Ölproduktion
BMW warnt eindringlich vor Brexit-Folgen
Im nächsten Frühjahr will Großbritannien die EU verlassen. Doch die Verhandlungen zwischen London und Brüssel sind zäh. Viele Unternehmen wissen nicht, was auf sie …
BMW warnt eindringlich vor Brexit-Folgen
Schock für Primark: Neue Studie enthüllt vernichtendes Detail über Modekette
Schock für den Mode-Riesen Primark! Eine Große Studie einer Mediengruppe aus Frankfurt enthüllt ein vernichtendes Detail über Modekette. Alle Infos hier. 
Schock für Primark: Neue Studie enthüllt vernichtendes Detail über Modekette
Der Trend geht zur Shitstorm-Versicherung für Unternehmen
Ein Skandal kann den Ruf eines Unternehmens ruinieren - und im Extremfall die Existenz kosten. Die Angst vor dem Shitstorm steigt in den Chefetagen weltweit. Doch wo ein …
Der Trend geht zur Shitstorm-Versicherung für Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.