+
Die Sonne geht hinter dem Steinkohlekraftwerk Mehrum bei Hohenhameln (Niedersachsen) auf. Foto: Julian Stratenschulte/Illustration

CO2-Emissionen stabil

Gute Konjunktur erhöht Energieverbrauch

Zum dritten Mal in Folge verbraucht Deutschland mehr Energie. Der langfristige Abwärtstrend durch immer effektiveren Energieeinsatz ist gebrochen. Damit geht es auch bei der Verminderung der CO2-Emissionen nicht mehr voran - trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien.

Berlin (dpa) - Der Energieverbrauch in Deutschland ist in diesem Jahr um 0,8 Prozent gestiegen. Das ergab eine Berechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), die an diesem Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Für den Anstieg des Energieverbrauchs auf 461,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten sei vor allem die gute Konjunktur verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft. Werden mehr Güter produziert, so muss auch mehr Energie zur Produktion eingesetzt werden, ebenso wie für den Transport der Rohstoffe, Zulieferungen und Endprodukte.

In den Jahren seit 2006 war der deutsche Energieverbrauch unter Schwankungen eher rückläufig, weil die Energie immer effizienter erzeugt und eingesetzt wurde. Doch der Trend ist nicht stabil. Der aktuelle Energieverbrauch bewegt sich in einer ganz ähnlichen Größenordnung wie in den Jahren 2009 und 2012. Der Verbrauch vor allem fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ist eine Schlüsselgröße für die Klimapolitik, weil diese Energieträger einen Großteil der CO2-Emissionen erzeugen. In diesem Jahr blieben die energiebedingten CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Anteile am nationalen Energiemix haben sich nach den Daten der AGEB verschoben. Auf der Gewinnerseite ganz vorn waren die erneuerbaren Energien, die sechs Prozent mehr zur deutschen Energieversorgung beisteuerten und damit ihren Anteil von 12,5 auf 13,1 Prozent steigerten. Das lag im wesentlichen an einer kräftig gestiegenen Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen um 34 Prozent - viel Wind und neue Anlagen auf See und an Land brachten eine reiche Stromausbeute. Strom ist aber nur ein kleinerer Teil der gesamten Energiepalette. Verkehr, Wärme und Produktion sind weitere wichtige Energieverbraucher.

Die wichtigsten Energieträger bleiben Öl und Gas, die zusammen rund 60 Prozent zum deutschen Energiemix beisteuern und beide zulegten - Öl um drei und Gas um fünf Prozent. Grund ist zum einen der gestiegene Kraftstoffverbrauch, zum anderen der Einsatz von Gas in Kraftwerken zur Wärme- und Stromerzeugung. Das drängte die Steinkohle zurück, die 10,4 Prozent weniger eingesetzt wurde und nun noch 11,0 Prozent zur Energieversorgung beiträgt. Braunkohle verlor nur wenig, Kernenergie dagegen mehr als zehn Prozent. Ihr Anteil liegt noch bei 6,1 Prozent.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuer Service bei Lidl an der Kasse: Das wird viele Lidl-Kunden freuen
Der Discounter Lidl verbessert seinen Service an der Kasse. Die Verbraucher, vor allem aus ländlichen Regionen, werden sich definitiv darüber freuen.
Neuer Service bei Lidl an der Kasse: Das wird viele Lidl-Kunden freuen
Merkel: Ende September Lösung zu Diesel-Umrüstungen
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der in der Koalition umstrittenen Frage technischer Diesel-Nachrüstungen eine Entscheidung bis Ende September …
Merkel: Ende September Lösung zu Diesel-Umrüstungen
Anleger im Dax halten sich zurück
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger weiter zurückgehalten.
Anleger im Dax halten sich zurück
Bilfinger verlangt Millionenbeträge von Ex-Top-Managern
Wegen eines Bestechungsfalls in Nigeria vor langer Zeit hatte sich Bilfinger mit dem US-Justizministerium auf eine millionenschwere Geldbuße geeinigt. Nun fordert der …
Bilfinger verlangt Millionenbeträge von Ex-Top-Managern

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.