Gute Konjunktur und milder Winter bremsen Arbeitslosigkeit

Bayern: - München/Nürnberg -­ Der milde Winter und die weiter anziehende Konjunktur haben den saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern erheblich gebremst. Die Zahl der Erwerbslosen stieg zwar im Januar um 43 600 auf 430 200. Das sind aber 118 300 oder 21,6 Prozent weniger als vor einem Jahr, berichtete die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Geschäftsführer Andreas Stöhr sprach von einem "verheißungsvollen Zeichen".

Bundesweit waren 4,247 Millionen Menschen ohne Arbeit, was einer Arbeitslosenquote von 10,2 Prozent entsprach.

Die Arbeitslosenquote in Bayern erhöhte sich im Vergleich zum Dezember um 0,7 Punkte auf 6,6 Prozent. Sie lag damit um 1,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Am günstigsten stand nach wie vor Oberbayern da, wo 5,6 Prozent der Erwerbsfähigen keine Stelle hatten.

"Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hat sich beschleunigt", erklärte Stöhr. Einen derart starken Rückgang habe es zuletzt im Jahr 1979 gegeben. Die Regionaldirektion setze alles daran, dass die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt deutlich unter das Vorjahresniveau von 446 000 gesenkt wird.

So stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Bayern nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahresdurchschnitt um 0,8 Prozent auf 6,41 Millionen. Das ist der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2001. Zu den Erwerbstätigen zählen auch Selbstständige, Mini-Jobber, Beamte und Ein-Euro-Jobber. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt (November 2006) mit 4,41 Millionen um 93 300 über dem Vorjahresniveau. Die Nachfrage nach Personal war auch zu Jahresbeginn ungebremst. Die Zahl der offenen Stellen überstieg mit 70 800 den Vorjahreswert um 36,1 Prozent.

Der Rückgang bei der Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer unter 25 setzte sich fort. Im Januar waren 49\x0f100 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Minus von 30,4 Prozent.

Der saisonale Anstieg in diesem Januar fiel mit 43 600 deutlich niedriger aus als in den Vorjahren. "Der milde Winter verzögerte insbesondere in Regionen mit hohem Anteil an Außenberufen die saisonüblichen Entlassungen im Dezember", hieß es.

Im Vorjahresvergleich weisen alle 27 Agenturbezirke eine deutlich rückläufige Tendenz auf. Die größten Schritte gelangen in den Bezirken Traunstein (minus 27,4 Prozent), Passau und Ingolstadt (je minus 26,5 Prozent). Selbst in Freising mit der bundesweit niedrigsten Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent liegt der Rückgang im Jahresvergleich im zweistelligen Bereich, nämlich bei 11,3 Prozent.

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