Kommentar

Gute Lage auf dem Arbeitsmarkt: Der Eindruck täuscht

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Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nicht so gut, wie sie auf den ersten Blick scheint. Besonders die Integration der Langzeitarbeitslosen wird harte Arbeit, schreibt Redakteurin Manuela Dollinger in ihrem Kommentar.

In Deutschland gibt es so wenig Arbeitslose wie nie zuvor. Die Zahl der Beschäftigten steigt seit Monaten. Gleichzeitig brummt die Wirtschaft und schafft immer neue Stellen. Das klingt, als warte auf Detlef Scheele, der seit Samstag die Bundesagentur für Arbeit (BA) leitet, ein Traumjob. Gut 95 000 Mitarbeiter hat er, um eine sinkende Zahl an Jobsuchern zu betreuen. Mehr als machbar, denkt man da. Doch der Eindruck täuscht. So rosig, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt nämlich nicht.

Schließlich sind (laut BA-Statistik) immer noch gut 2,7 Millionen Menschen ohne Job. Ihre Integration wird ein hartes Stück Arbeit, denn viele von ihnen sind seit Jahren arbeitslos. Der harte Kern ist übrig geblieben. Das weiß auch Scheele und hat bereits – quasi als erste Amtshandlung – Zuschüsse für Unternehmen und eine intensive Betreuung für Langzeitarbeitslose angekündigt. Ein genauer Blick auf die Statistik rückt das Bild endgültig gerade: Zählt man nämlich all jene zu den Jobsuchern, die sich in Aus- und Fortbildung oder anderen Maßnahmen befinden, ist die Zahl der Arbeitslosen mit rund 3,7 Millionen gar nicht mehr so rekordverdächtig gering. Hierzu zählen übrigens auch die vielen Flüchtlinge, die sich derzeit in Integrations- und Berufsvorbereitungskursen befinden. Dem neuen BA-Chef wird die Arbeit also so schnell nicht ausgehen.

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