Das gute Recht des Lehrlings

München - Abschied von der Schule, der Ernst des Lebens beginnt. Stellt sich nur die Frage, was Auszubildende eigentlich dürfen und, umgekehrt, wozu sie verpflichtet sind. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte.

Damit es beim Berufsstart nicht zu Schwierigkeiten kommt, sollten sich angehende Auszubildende darüber informieren, welche Rechte und Pflichten der Eintritt in die Lehre mit sich bringt.

Ärztliche Untersuchung

Vor Ausbildungsbeginn müssen sich minderjährige angehende Azubis von einem Arzt untersuchen lassen, um ihre Tauglichkeit für den angestrebten Beruf zu prüfen. Den Berechtigungsschein dafür stellt die Stadt- oder Gemeindeverwaltung aus.

Arbeitszeit

Jugendliche dürfen pro Tag nicht mehr als acht Stunden und pro Woche nicht mehr als 40 Stunden arbeiten. Wird im Betrieb 8,5 Stunden täglich gearbeitet, so gilt das auch für Jugendliche - wiederum bis höchstens 40 Stunden.

Ausbildungsvertrag

Der Ausbildungsvertrag informiert über die Dauer der Ausbildung, die Probezeit, den Urlaubsanspruch und die Höhe der Vergütung. Vereinbarungen, die gegen Gesetze verstoßen, sind ungültig (etwa eine Kürzung des Urlaubs auf die für Arbeitnehmer geltende Dauer).

Ausbildungsnachweis

Der Azubi ist verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen, in dem seine ausgeübten Tätigkeiten dokumentiert werden. Das Heft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Außerdem wichtig: In Streitfällen ("Hat der Ausbilder den Auszubildenden entsprechend dem Ausbildungsplan eingesetzt?") kann es als Beweismittel dienen. Das Berichtsheft darf während der Arbeitszeit geführt werden.

Die Bezahlung

Die Ausbildungsvergütung kommt aufs Girokonto; die Zeit der "Lohntüten" ist vorbei. Der Arbeitgeber benötigt den Namen der Bank, Bankleitzahl und Kontonummer.

Lohnsteuerkarte

Die Lohnsteuerkarte wird vom Einwohnermeldeamt (Bezirksamt) ausgestellt. Die Lohnsteuer zieht der Arbeitgeber von der Ausbildungsvergütung ab, wenn die Vergütung mindestens 897 Euro pro Monat beträgt, was im ersten Ausbildungsjahr eher die Ausnahme ist.

Pausen

Arbeitspausen sind ebenfalls im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt: 30 Minuten, wenn bis zu sechs Stunden am Tag gearbeitet wird, 60 Minuten bei längeren Arbeitszeiten. Jede Pause muss mindestens 15 Minuten betragen.

Probezeit

Die Probezeit beträgt mindestens einen, höchstens vier Monate. In dieser Zeit können sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der Azubi ohne Angabe von Gründen - schriftlich - kündigen. Danach kann dem Auszubildenden nur noch bei schweren Verstößen (Beispiel: Diebstahl im Betrieb) gekündigt werden. Er selbst hat ein Sonderkündigungsrecht, wenn er einen anderen Beruf erlernen will.

Urlaub

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt für bis zu 15-Jährige 30 Werktage, für 16-Jährige 27, für 17-Jährige 25 Werktage - jeweils von Montag bis Samstag gerechnet. Erwachsene Azubis bekommen mindestens 24 Werktage Urlaub pro Jahr. Je nach Tarifvertrag kann es mehr Urlaub geben.

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