Gute Zeiten für Münchner Mieter

- München - Wer in München derzeit eine Wohnung anmietet, hat gute Karten. Weil die Nachfrage zurückgegangen ist, sind die Quadratmeterpreise deutlich gefallen. Immobilienexperten glauben allerdings nicht, dass es noch weiter bergab geht: Im kommenden Jahr könnte die anspringende Konjunktur die Mieten wieder nach oben treiben - und die Wohnungsnot verschärfen.

<P>"Den Münchner Mietern bietet sich aufgrund günstiger Konditionen hervorragende Chancen ihre Wohnsituation zu verbessern", heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Ring Deutscher Makler (RDM). Der Verband hat im Rahmen seines jährlichen Herbstmarktberichts festgestellt, dass die Preise für neu vermietete Wohnimmobilien im Herbst 2004 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 5,3 Prozent gesunken sind.</P><P>Die Quadratmetermiete von Altbauwohnungen gab durchschnittlich um 4,5 Prozent auf 10,50 Euro nach. In den so genannten Bestandswohnungen (Baujahr nach 1950) verbilligte er sich um 7,0 Prozent auf 10 Euro. Nichtsdestotrotz bleibt München nach Angaben des Immobilienverbands das teuerste Pflaster Deutschlands.</P><P>Den seit dem Boomjahr 2002 anhaltenden Preisverfall führt der Chef des RDM Bayern, Johannes Schneider, auf die gedämpfte wirtschaftliche Stimmung zurück. Mieter würden "ihren flächenmäßigen Zusatzbedarf zurückstellen und sich mit günstigeren Wohnungen zufrieden geben", sagte er bei der Vorstellung der Studie in München. Das hätte zur Folge, dass "die Schlangen bei Besichtigungen heute nicht mehr anzutreffen sind".</P><P>Die Immobilienbranche hält es allerdings für möglich, dass sich das Blatt bald wieder wendet. "Es ist nicht zu erwarten, dass die Preise weiter zurückgehen", meint Ralf Sorg vom Marktforschungsunternehmen IVD-Institut.</P><P>Das glaubt auch Johannes Schneider: "Es könnte im kommenden Jahr eher wieder ansteigende Mieten in München geben, wenn es mit der Wirtschaft wieder besser läuft", sagt er. Wer über einen Wohnungswechsel nachdenke, solle sich deswegen in den nächsten Monaten entscheiden, um noch zu günstigen Konditionen abzuschließen.</P><P>Der Mieterverein München e.V. rechnet bei einem Anspringen der Konjunktur nicht nur mit steigenden Preisen sonder auch mit einer Verschärfung der Wohnungsknappheit. "Dann kriegt München ein Problem, das größer sein wird als im Jahr 2000", sagte die Geschäftsführerin Sybille Färber unserer Zeitung. Denn dann würden zahlreiche Menschen in die Stadt drängen. "Das Problem ist, dass zu wenig gebaut wird."</P><P>In München fehlen nach Schätzungen von Fachleuten zwischen 20 000 und 25 000 Wohnungen. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen ist aber seit längerem ebenso rückläufig wie die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten. Im vergangenen Jahr waren es 3000, als wünschenswert gelten 6000. Der RDM nennt den aktuellen Wert "besorgniserregend".<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Deutlich besser ausgefallen als angenommen ist das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten unter Führung Trumps. Dennoch hat sie an Schwung verloren.
Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag mit leichten Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Gute Wachstumszahlen aus der US-Wirtschaft halfen ihm, sein Minus …
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Vanille ist die Lieblings-Eissorte der Deutschen. Bald könnten den Eisjüngern aber schmerzhafte Veränderungen ins Haus stehen.
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Auf dem G7-Gipfel kritisierte Donald Trump scharf den deutschen Handelsüberschuss gegenüber der USA. Jetzt reagiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer …
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA

Kommentare