"Guter Deal": Adidas verkauft Salomon nach Finnland

- Herzogenaurach - Adidas-Salomon heißt bald wieder Adidas. Die Franken wollen den Teilkonzern Salomon bis September an Amer verkaufen. Die Abgabe des Sanierungsfalls steigert die Profitabilität von Adidas.

<P class=MsoNormal>Der fränkische Sportartikler Adidas-Salomon scheidet überraschend seine achtjährige Firmenehe mit dem französischen Konzernteil Salomon. Die Wintersportfirma und einige Nebenmarken werden für vorläufig 485 Millionen Euro in bar an den finnischen Sportartikler Amer verkauft, kündigte Adidas-Chef Herbert Hainer an. "Das ist ein guter Deal für uns", sagte er zur Abgabe des chronisch ertragsschwachen und in seiner Sanierung steckenden Geschäfts, das ein Zehntel der Konzernumsätze beisteuert.</P><P class=MsoNormal>Amer ("Atomic"-Ski) zählt mit einer Milliarde Euro Erlös zu den Verfolgern von Adidas. Auch Börsianer sprachen in ersten Reaktionen von einem guten Preis für die Herzogenauracher. Der Kurs der Aktie sprang um 7,66 Prozent auf über 129 Euro. Allerdings basiert der Verkaufspreis auf den Salomon-Zahlen von 2004, als die Franzosen bei 653 Millionen Euro Umsatz noch neun Millionen Euro Betriebsergebnis erreicht hatten.</P><P class=MsoNormal>Im ersten Quartal 2005 sind die Salomon-Umsätze um fast ein Zehntel geschrumpft. Weil der endgültige Verkaufspreis an die Entwicklung 2005 angepasst wird, deutet das auf eine Kaufpreisminderung zu Lasten von Adidas. Als Fehler wollte Hainer den Kauf der Wintersportmarke 1997 nicht sehen. Die Frage sei müßig. Die Franken hatten damals Salomon und die Golf-Marke Taylor-Made im Paket für gut 1,2 Milliarden Euro erworben. Taylor-Made bleibt bei Adidas und setzt mittlerweile bei weit höheren Gewinnen fast so viel um wie die Wintersportmarke. "Die Zeit für eine Änderung ist gekommen", kommentierte Hainer den jetzigen Verkauf auch mit Blick auf die Profitabilität. </P><P class=MsoNormal>Für Börsianer ist das der wesentliche Aspekt des Geschäfts. Denn Salomon galt hinsichtlich Gewinnen immer als Hemmschuh für den an sich prosperierenden Gesamtkonzern um die Marke mit den drei Streifen. </P><P class=MsoNormal>Adidas-Salomon werde sich 2006 wieder in Adidas umbenennen, kündigte Hainer an. Die globale Nummer zwei der Branche könne sich nun wieder auf seine Stärken bei Sportschuhen, Bekleidung und Golf konzentrieren. Die sind fraglos vorhanden, wie ein Blick auf das erste Quartal 2005 zeigt. Bestehende Erwartungen hat Adidas übertroffen. Nach Steuern ist der Gewinn auf vergleichbarer Basis um ein Viertel auf 105 Millionen Euro gestiegen. Die Erlöse legten um ein Zehntel auf knapp 1,8 Milliarden Euro zu. Schulden wurden netto um über 400 Millionen Euro auf noch 629 Millionen Euro reduziert. Schwachpunkte waren Salomon und das Geschäft in Europa, das branchenweit unter flauer Nachfrage leidet. Trotz insgesamt guter operativer Entwicklung bleibt Europas größter Sportartikelkonzern annähernd bei seinen Prognosen für das Gesamtjahr 2005. Die Umsätze von im Vorjahr 6,5 Milliarden Euro sollen ohne den Salomon-Verkauf um bis zu ein Zehntel zulegen, bestätigte Hainer. Beim Jahresüberschuss von zuletzt 314 Millionen Euro werde das Plus wohl am oberen Ende des bisher genannten Zielkorridors von zehn bis 15 Prozent Zuwachs liegen.</P>

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