Gutes tun und Steuern sparen: Was eine eigene Stiftung bringt

- Seit über 1000 Jahren setzen sich Stiftungen für gemeinnützige Zwecke ein. Doch noch nie zuvor war die Rechtsform so populär: Allein im vergangenen Jahr wurden fast 900 Einrichtungen gegründet. Damit existieren in Deutschland rund 15 000 Stiftungen verschiedener Varianten. Dabei ist eine Stiftung nicht immer nur eine Sache für Vermögende. Auch mit relativ geringem finanziellen Aufwand kann man sich für das Gemeinwohl engagieren und genießt dabei noch steuerliche Vorteile. Der besondere Reiz: Der Stiftungszweck, den der Stifter festgelegt hat, bleibt über dessen Tod hinaus bestehen.Laut Definition ist eine Stiftung eine "mit Rechtsfähigkeit ausgestattete Vermögensmasse".

Der Stifter überschreibt eine bestimmte Vermögenssumme ­ bei einer selbstständigen Stiftung, die keiner Dachorganisation unterstellt ist, mindestens 50 000 ­ seiner Stiftung, die lediglich die Erträge der Summe für gute Zwecke einsetzen darf. Über weitere eigene Kapitaleinlagen kann er das Grundvermögen weiter aufstocken oder auch Geldgeber gewinnen, die durch Zustiftungen die Vermögensmasse vergrößern. Auch mit Spenden kann man die Arbeit einer Stiftung unterstützen. Über Vermögen, das einmal der Stiftung überschrieben ist, kann der Stifter nicht mehr frei verfügen.

Stifter können auch ins Erbrecht eingreifen

Dafür versüßen ihm steuerliche Vorteile sein gemeinnütziges Handeln. Seit dem Jahr 2000 darf jeder, der eine gemeinnützige oder mildtätige Stiftung einrichtet, bei der Neugründung Zuwendungen von bis zu 30 700 Euro steuerlich geltend machen. Darüber hinaus dürfen alle Bürger bis zu 20 450 Euro pro Jahr, die sie Stiftungen zukommen lassen, steuermindernd geltend machen. Dazu kommt noch der Spendenabzug.

Neben moralischen und steuerlichen Aspekten kann eine Stiftung aber auch in erb- oder nachfolgerechtlichen Dingen eine Rolle spielen. Über eine Familienstiftung kann man etwa in das geltende Erbrecht eingreifen und so gezielt ein Vermögen zusammenhalten ­ oder eine Unternehmensnachfolge sichern. "Besonders Vermögende, die keine eigenen Nachkommen haben, nutzen dieses Instrument, um ihren Willen weit über die Möglichkeiten eines Testaments hinaus zu sichern", sagt Ulrich Germer, Fachanwalt für Steuerrecht in Frankfurt.

Es gibt verschiedene Formen von Stiftungen. "Welche zu wem passt, hängt davon ab, wie sehr man sich engagieren und wie viel Arbeit man investieren möchte oder ob man vielleicht nur sein Geld zur Verfügung stellt", sagt Hedda Hoffmann-Steudner, Justiziarin beim Bundesverband Deutscher Stiftungen. Das Einsteigermodell ist die Treuhandstiftung, die man schon ab rund 10 000 Euro gründen kann. Sie hat eine eigene Satzung und genießt sämtliche Steuervorteile. Als einfach gilt auch der Stiftungsfonds: Unter dem Dach einer größeren Stiftung wird ein Sondervermögen angesammelt. Ein Überblick über die Stiftungsformen findet sich im Internet unter www.stiftungsindex.de.

Ganz gleich, welche man wählt: Eines haben alle Stifter gemeinsam: Das Anliegen, sich für einen guten Zweck einzusetzen und etwas Eigenes zu schaffen ­ "so eine Arbeit kann sehr zufrieden machen", sagt Hoffmann-Steudner.

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