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Die Modekette H&M soll in Deutschland wegen Datenschutzverstößen ein Bußgeld zahlen.

Betroffen ist Kundenzentrum in Nürnberg

H&M soll in Deutschland Bußgeld zahlen - Wegen Spionage bei Mitarbeitern

Gegen den Modekonzern H&M läuft in Deutschland derzeit ein Bußgeldverfahren. Der Grund sind Datenschutzverstöße, betroffen ist das Kundenzentrum in Nürnberg.

  • Gegen den Modekonzern H&M läuft in Deutschland ein Bußgeldverfahren.
  • Der Grund sind Datenschutzverstöße.
  • Betroffen sind Informationen von Mitarbeitern des Kundenzentrums mit Sitz in Nürnberg.

Nürnberg/Hamburg - Dem schwedischen Modekonzern H&M (Hennes und Mauritz) droht in Deutschland eine Bußgeldzahlung. Derzeit läuft ein Verfahren, weil Führungskräfte Notizen aus Gesprächen mit Beschäftigten abgespeichert hatten, die daraufhin versehentlich einem erweiterten internen Kreis bei H&M zugänglich wurden. 

H&M steht im Verdacht, massive Datenschutzverstöße begangen zu haben

Der Verdacht massiver Verstöße gegen Datenschutzrechte von Mitarbeitern habe sich erhärtet, teilte der zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Casper der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Samstag mit. Er habe das Bußgeldverfahren gegen den Konzern daher eröffnet. 

Konkret betroffen ist das Kundenzentrum für Deutschland und Österreich mit Sitz in Nürnberg. Es ist aber die Hamburger Datenschutzbehörde zuständig, weil die Deutschlandzentrale von H&M ihren Sitz in Hamburg hat. Die versehentlich zugänglich gemachten Mitarbeiter-Informationen sind offenbar hoch sensibel. „Es handelt sich dabei auch um Gesundheitsdaten der Betroffenen, von der Blasenschwäche bis zur Krebserkrankung, sowie um Daten von Personen aus deren sozialen Umfeld wie etwa familiäre Streitigkeiten, Todesfälle oder Urlaubserlebnisse“, sagte Casper gegenüber der Zeitung. Ans Licht gekommen ist die Datenspeicherung der extrem sensiblen Informationen einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge nur durch einen technischen Fehler auf Seiten von H&M.

H&M gab an, im Zuge des Bußgeldverfahrens voll zu kooperieren

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte die FAZ über den Datenschutzverstoß berichtet*. Auf Anfrage der Zeitung gab H&M nun bekannt, dass das Unternehmen den Vorfall sehr ernst nehmen und aufrichtig bedauern würde. Für den internationalen Konzern habe es oberste Priorität, die persönlichen Daten der Kollegen zu schützen. H&M kooperiere daher voll mit der Datenschutzbehörde. Auch die Datenschutz-Panne, die die Speicherung der Mitarbeiter-Informationen offenbarte, meldete H&M selbst der zuständigen Aufsichtsbehörde.

Erst im Dezember schockierte H&M Kunden mit einer anderen Nachricht: Die Modekette trennte sich von einer preiswerten Linie. Aber auch eine gute Neuigkeit hatte H&M vor gut zwei Wochen zu verkünden: Der Konzern hat in Zusammenarbeit mit der Sängerin Billie Eilish eine nachhaltige Kollektion entworfen.

AFP,cia

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