"Habe mich nie auf VW-Kosten amüsiert"

Peter Hartz: - Wolfsburg - Der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz hat den Medien "die endgültige Vernichtung meiner Person" vorgeworfen. "Sie haben mich beschimpft, verunglimpft, lächerlich gemacht, verhöhnt. Der vollständige Rufmord ist gelungen", heißt es im Interviewbuch "Macht und Ohnmacht" von Hartz, das am Montag im Verlag Hoffmann und Campe erscheint.

Die eigene Verantwortung für die VW-Affäre redet Hartz darin eher klein und beschuldigt vor allem seine ehemaligen Weggefährten, den Betriebsratschef Klaus Volkert und Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer.

In dem Buch meldet sich der Ex-Manager zum ersten Mal seit seinem Rücktritt im Sommer 2005 wegen der VW-Sex- und -Bonusaffäre umfangreich zu Wort. Der 65-Jährige war im Januar wegen Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Im Kern ging es darum, dass Hartz Vermögen von VW verschleuderte, indem er Sonderbonuszahlungen von rund zwei Millionen Euro an den früheren Betriebsratschef Volkert anweisen ließ.

Hartz stellt sich über weite Passagen als Opfer dar: "Ich empfand mich als derjenige, der von seinen Mitarbeitern hintergangen worden war", sagte er über den Höhepunkt des Skandals im Sommer 2005.

Damals waren mutmaßliche Bereicherungsversuche von Gebauer und dem VW-Manager Helmuth Schuster auf Kosten von VW aufgeflogen. Gebauer wurde gekündigt und berichtete daraufhin in Zeitungen über wilde Sexparties, die er organisiert und als Spesen auf Kosten von VW abgerechnet habe. Laut Hartz war das die "Rache Gebauers für seine Kündigung".

Hartz will auch in seinem Buch nicht über die von Gebauer verbreiteten Sexgeschichten reden: "Diese Frage berührt mein Privatleben, das niemanden etwas angeht", sagte er und fügte hinzu: "Ich habe mich nie auf Kosten von Volkswagen amüsiert." Die Staatsanwaltschaft hatte genau diesen Anfangsverdacht, diesen Teil der Anklage dann aber im Rahmen eines sogenannten Deals fallen lassen.

Vom Spesenskandal will Hartz in seinem vollen Umfang nicht gewusst haben. Allerdings war es Hartz selbst, der dem Missbrauch Tür und Tor öffnete, weil er Volkerts Spesen elf Jahre unkontrolliert durchwinkte. Erst als Gebauer 2004 einen peinlichen Auftritt in einem Hotel hinlegte, habe er sich die Abrechnungen genauer angesehen, sagte er jetzt.

Bei den geheimen Sonderbonuszahlungen an Volkert will Hartz dessen Drängen nachgegeben haben: "Dann mach mal was", habe Volkert gefordert. Noch immer hält Hartz sein Handeln für richtig: Volkert habe als "Weltkonzernbetriebsrat" "eine hohe internationale Verantwortung" getragen, die "wie ich fand mit seinem regulären Gehalt und seiner Teilnahme am regulären Bonusprogramm nicht abgegolten war".

Hartz tut sich immer noch schwer damit, sein Handeln als Unrecht zu begreifen. Er habe zwar "gegen die Transparenzpflicht verstoßen und dadurch eine Untreue im Rechtssinn begangen", räumt er ein, aber er habe "letztlich im Interesse des Unternehmens gehandelt".

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