Teufelskerl Pollersbeck: U21 steht nach Elfer-Krimi im EM-Finale

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Haffa-Prozess: War der Börsencrash absehbar?

- München - Die einstigen Sonnyboys des Neuen Marktes scheuten diesmal das Licht der Öffentlichkeit, und so erschien lediglich eine Armada von Anwälten, bewaffnet mit Koffern voller Akten, im Sitzungssaal 401 des Landgerichts München I, um Thomas und Florian Haffa zu vertreten. Es geht um viel Geld in dem Prozess, der aus Sicht des Gerichts zwei bis drei Jahre dauern könnte. 200 Millionen Euro Schadenersatz will die Medienfirma EM.TV von ihren einstigen Vorständen - als Entschädigung für den angeblich desaströsen Kauf der Formel-Eins-Anteile im März 2000.

<P>Die TV-Rechte-Firma wirft ihrem Gründer Thomas (52), seinem Bruder Florian (40) und dem früheren Aufsichtsratschef Nickolaus Becker vor, den 2,7-Milliarden-Euro-Deal damals ohne ausreichendes Risikomanagement und ohne Finanzierungspläne abgeschlossen zu haben. "Wären die Informationsgrundlagen geschaffen worden, hätte der Kauf nicht gemacht werden dürfen", sagte EM.TV-Anwalt Stefan Rützel. Durch den späteren Ausstieg aus dem Geschäft sei dem Unternehmen der Millionenschaden entstanden.<BR><BR>Dem hielt Thomas Haffas Anwalt Thomas Mahlich entgegen, dass die Formel Eins "kein Risikogeschäft" gewesen sei. "Hier ist kein fauler Apfel gekauft worden." Die Finanzierung der Beteiligung über eine Kapitalerhöhung sei angesichts des Börsenwerts von EM.TV von rund 14,5 Milliarden Euro "kein Existenz gefährdendes Risiko" gewesen. Zumal man ja jederzeit wieder hätte verkaufen können, wie Beckers Anwalt Florian Besold ausführte. Becker war als einziger Beklagter persönlich erschienen. Dass infolge des Börsencrashs der Aktienkurs von EM.TV um 92 Prozent ein- und die Finanzierung des Geschäfts damit wegbrechen würde, habe niemand vorhersehen können. <BR><BR>Der Vorsitzende Richter Helmut Krenek machte ziemlich schnell klar, dass aus seiner Sicht genau das die zentrale Frage des Verfahrens ist: "War bei Vertragsabschluss absehbar, dass es mit der Börse derart bergab gehen würde?" Das Gericht will nun das Gutachten eines Wirtschaftsprüfers einholen, das aber wohl erst im nächsten Jahr vorliegen wird. Eine gütliche Einigung lehnen derzeit beide Seiten ab.</P>

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