Haftpflicht-Policen: Für 71 Euro im Jahr sehr gut versichert

München - Nicht alle Versicherungspolicen sind notwendig - einige gar völlig überflüssig. Die private Haftplicht braucht prinzipiell jeder. "Sehr gute" Angebote gibt es hier bereits ab 71 Euro im Jahr. Hier ein Überblick worauf es ankommt:

Obwohl die private Haftpflichtversicherung zu den Policen gehört, die wirklich jeder abschließen sollte, verzichten 30 Prozent der Deutschen darauf. Und von denen, die eine Police haben, sind viele für wirklich ruinöse Fälle nicht ausreichend gesichert. Ihre Versicherungssumme liegt unter drei Millionen Euro. Solche Angebote hat Finanztest gar nicht erst unter die Lupe genommen.

"Gute" ab 59 Euro

Bei denen, die diese entscheidende Drei-Millionen--Hürde übersprangen, gibt es enorme Unterschiede: So kann man sich bei Adler, Karstadt-Quelle oder Neckermann für 69 bis 73 Euro jährlich versichern, bekommt aber eines der drei Produkte, das die Tester als mangelhaft klassifizierten. Ausreichend versichert ist man bereits ab 69 Euro bei der Fahrlehrer-Versicherung, die günstigste befriedigende Versicherung (GVV Privat) gibt es bereits für 61 Euro. Für 59 Euro bekommt man bei der WGV Schwäbische Allgemeine bereits eine gute Police. Sehr gut versichert ist man bei der Haftpflichtkasse Darmstadt (Varia-Status) ab 71 Euro.

Der Testsieger (Grundeigentümer "Pro Domo Premium", Note 0,7) verlangt bei 15 Millionen Euro Versicherungssumme 131 Euro im Jahr und liegt damit spürbar unter dem teuersten Produkt von Generali ("Komfort Plus") für 179 Euro, das aber (mit der Note 1,2) immerhin sehr gute Bedingungen bietet.

Auf Details achten

Grund für die unterschiedliche Bewertung ist der Umfang des Versicherungsschutzes, und da klaffen oft existenzbedrohende Lücken. So sind bei allen bewerteten Produkten etwa Schäden durch ein Surfbrett mitversichert - egal ob man eines hat oder nicht. Und bei den meisten Angeboten ist auch die (vermietete) Einliegerwohnung enthalten. Doch der für Mieter in Häusern mit Zentralschließsystem wirklich teure Schlüsselverlust wird dagegen in einigen Fällen nicht übernommen.

Für Familien ist es wichtig, dass Schäden, die deliktunfähige Kinder verursacht haben, auch dann versichert sind, wenn Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben.

Die wenigsten Versicherungen decken Schäden an geliehenen, gepachteten oder gemieteten Sachen ab. Wer die geliehene Kamera eines Freundes fallen lässt, zahlt dafür in den meisten Fällen selbst. Einige Verträge schließen auch Gefälligkeitshandlungen aus: Wer einem Nachbarn beim Umzug hilft und dabei einen Schaden anrichtet, bekommt von der Versicherung nichts ersetzt.

Wo man sparen kann

Zwar sind Verträge mit vielen Ausschlüssen in der Tendenz etwas günstiger als Angebote, die einen umfassenden Schutz bieten. Doch sparen kann man an anderer Stelle. So bieten die meisten Versicherer einen Selbstbehalt an, der die Police um ein Viertel oder mehr verbilligt. Dafür muss man bei Schäden meist bis 150 oder 250 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Wer seinen Beitrag jährlich zahlt, spart die Aufschläge, die die Versicherungen für halbjährliche oder monatliche Zahlung fordern.

Für ältere Menschen, Singles und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gibt es oft Sondertarife. So zahlen Senioren für den mit "sehr gut" bewerteten Tarif "Vario Standard" der Haftpflichtkasse Darmstadt statt 71 nur 44 Euro im Jahr.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Letzte Chance für friedliche Lösung im Metall-Tarifkonflikt
Stuttgart (dpa) - Vor der vierten Tarifverhandlungsrunde für die Metall- und Elektroindustrie im Südwesten hat die IG Metall nochmals den Druck erhöht. Mehr als 210.000 …
Letzte Chance für friedliche Lösung im Metall-Tarifkonflikt
Weltwirtschaftsforum in Davos: Trudeau kritisiert Trump
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos die protektionistische Politik von US-Präsident Donald Trump kritisiert und die …
Weltwirtschaftsforum in Davos: Trudeau kritisiert Trump
Carsharing-Fusion von Daimler und BMW auf der Zielgeraden
München/Stuttgart (dpa) - Daimler und BMW wollen ihre Carsharing-Töchter nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Kürze zusammenlegen. Die …
Carsharing-Fusion von Daimler und BMW auf der Zielgeraden
WEF beginnt mit Warnung vor Protektionismus und Alleingängen
US-Präsident Trump ist noch gar nicht in Davos eingetroffen. Doch schon jetzt bestimmen seine Politik und deren mögliche Auswirkungen die Diskussionen auf dem …
WEF beginnt mit Warnung vor Protektionismus und Alleingängen

Kommentare