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Haim Saban macht Kasse

- München - Mit der Übernahme von Pro-Sieben-Sat.1 durch den Axel Springer Verlag wächst in Deutschland ein zweiter Medienriese neben Bertelsmann heran. Die bisherigen Großaktionäre der Sendergruppe um Haim Saban verdienen daran kräftig. Kleinanleger kämen hingegen schlecht weg, bemängeln Verbraucherschützer.

Am Freitagmittag setzte Mathias Döpfner den hartnäckigen Gerüchten der letzten Monate ein Ende: Ja, sein Unternehmen werde sämtliche Pro-Sieben-Sat.1-Stammaktien von der Investorengruppe German Media Partners aufkaufen, bestätigte der Springer-Chef auf einer Pressekonferenz in München. Damit übernimmt das Berliner Verlagshaus, das unter anderem die Zeitungen "Bild" und "Die Welt" herausgibt, die Kontrolle über die TV-Kanäle "Pro Sieben", "Sat.1", "Kabel Eins" und "N 24". Bislang besaß Springer schon ca. zwölf Prozent der Stammaktien des Fernsehunternehmens.

"Das ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit", sagte Döpfner. Zwar befinde sich der Werbemarkt, über den sich Privatsender im Wesentlichen finanzieren, nach wie vor in einer Schwächephase. Diese werde aber bald überwunden sein. Springer investiert nach Worten des Medienmanagers in ein "hoch profitables Unternehmen" und schaffe sich neben dem Print-Geschäft ein zweites Standbein. Dabei sei nicht geplant, den Sitz der Münchner Sendergruppe zu verlegen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Die Übernahme lässt sich der bislang schuldenfreie Verlag 4,2 Milliarden Euro kosten, wobei 2,5 Milliarden Euro German Media Partners zufließen werden. Die Investorengruppe, der Haim Saban vorsteht, hatte Pro-Sieben-Sat.1 vor zwei Jahren nach der Kirch-Pleite für nur etwa 850 Millionen Euro aufgekauft, wie Analysten schätzen. Damals galt die Investition als riskant, die Zukunft des Unternehmens als unsicher. Heute wachsen Umsätze und Gewinne nach einem harten Sanierungskurs wieder.

Sichtlich zufrieden kommentierte Saban den abgeschlossenen Handel mit dem Springer-Verlag: "Ein glänzendes Geschäft", sagte er. Der 60-Jährige verriet jedoch nicht, wie viel er daran verdient - er habe noch keine Zeit gehabt, das auszurechnen. Der gebürtige Ägypter soll Vorsitzender des so genannten TV-Beirats in dem fusionierten Konzern werden und kündigte an, auch Anteile zu erwerben.

Wenig erfreut zeigten sich Aktionärsschützer. Der Axel Springer Verlag biete den Besitzern von stimmrechtslosen Vorzugsaktien mit 14,10 Euro pro Papier einen Preis unter Börsenwert an und damit zu wenig, kritisierte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. DSW-Expertin Daniela Bergdolt sagte gegenüber unserer Zeitung: "Kleinanleger sollten zunächst nicht verkaufen und erst einmal abwarten." Da Springer mit Pro-Sieben-Sat.1 verschmelzen will, muss das Unternehmen Anteile, die nicht verkauft werden, in welche des fusionierten Konzerns umtauschen. Dabei käme es auf die Konditionen an, so die Juristin.

Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen muss noch von der Kartellbehörde genehmigt werden. Dabei könne das Prüfverfahren bis zu drei Monate dauern, wie eine Sprecherin sagte. Mathias Döpfner äußerte sich verhalten zuversichtlich. Die Medienvielfalt bleibe gewährleistet; er verwies außerdem auf Bertelsmann. Mit dem Rivalen aus Gütersloh gibt es bereits ein deutsches Medienunternehmen, das sowohl im Printbereich - mit "Stern" oder "Brigitte" - als auch im Fernsehen - mit RTL - stark ist.

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