Sie halten Bayerns Wirtschaft am Laufen

Mittelstand im Blickpunkt: - München - Über 10 000 neue Arbeitsplätze haben sie in den vergangenen fünf Jahren geschaffen und dabei ihren Umsatz mehr als verdoppelt. Damit gehören die Mittelständler zu "Bayern Best 50" - den dynamischsten Firmen im Freistaat.

Nicht einig war man sich gestern, ob die Auszeichnung nun "Bayerns Best fünfzig" oder "Bayerns Best fifty" ausgesprochen wird - Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) jedenfalls zeigte sich diplomatisch und benutzte beide Versionen. Einig war man sich hingegen, dass die diesjährigen Preisträger Außerordentliches geleistet haben, schließlich sei die Messlatte in diesem Wettbewerb sehr hoch angelegt, betonte Huber.

Allein die Zahlen sprechen für sich: So beschäftigten die 50 Unternehmen im Jahr 2002 insgesamt 9421 Mitarbeiter, im Jahr 2006 waren es 19 765 - ein Zuwachs von über 100 Prozent. Den Umsatz steigerten die Firmen im selben Zeitraum von 1,6 Milliarden Euro um rund 1,8 Milliarden Euro auf rund 3,4 Milliarden Euro. Und das in den vergangenen fünf Jahren, die laut Huber "schwierige Zeiten" waren. Hier zeige sich, dass "mit einer guten Idee auf dem Markt immer etwas zu schaffen" sei und der Mittelstand als Jobmotor wirke.

Unter den Ausgezeichneten sind unter anderem die Münchner Kindl, die Mobile Ambulante Pflegepartner GmbH, die sich auf die häusliche Pflege von Kindern spezialisiert hat. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich von 2003 auf 2006 auf 160 verdoppelt und auch der Umsatz wächst stetig. "Daran sieht man, dass wir nicht nur karitativ, sondern auch wirtschaftlich arbeiten", sagt Geschäftsführerin Monika-Maria Aubele. Die Pflege-Branche sei ein immer stärker werdender Wirtschaftszweig.

Das kann auch Ludwig Fuchs, Vorstand der Realtime Technology AG (RTT), von seiner Branche sagen. "Wir haben 1999 mit drei Leuten angefangen, jetzt haben wir 210." Die RTT entwickelt Software für die "virtuelle Realität", wie Fuchs erklärt. "Wir können damit aussagekräftige 3D-Bilder am Computer entwerfen und so unseren Kunden zeigen, wie ihr neues Auto-Modell auf der Straße ausschauen wird, ohne dass erst ein teurer Proto-Typ gebaut werden muss."

Als "die nette Firma von der Ecke" bezeichnet Mayk Schega, Geschäftsführer der Münchner Schega & Nagel Personalberatung GmbH, seine Firma. Dass er und sein Partner Gerhard Nagel zu den Preisträgern gehören, hatte er so nicht erwartet, "schließlich haben wir die Bewerbung erst am letzten Tag noch schnell eingereicht". Dabei können sich die Personalvermittler durchaus sehen lassen: Von 2,5 Millionen Euro auf vier Millionen Euro stieg allein der Umsatz von 2005 auf 2006. Und auch die Mitarbeiter-Anzahl verdoppelte sich im letzten Jahr.

Die 50 Preisträger haben sich unter insgesamt 197 teilnehmenden Unternehmen durchgesetzt - 800 waren ursprünglich von der Unternehmensberatung Ernst & Young angeschrieben worden - "eine tolle Quote", wie Projektleiter Gerd Marxer meinte. Durch den externen Juror habe es auch keinerlei politischen Einfluss auf die Auswahl gegeben, kam Huber Spekulationen zuvor.

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