In Hamburg und Köln/Bonn

Sicherheitskräfte legen Flugverkehr lahm

Hamburg/Köln/Bonn - Warten statt Fliegen: Erneut streikt das Sicherheitspersonal an zwei Flughäfen. Etliche Flugausfälle und Verspätungen sind die Folge. Reisende bereiten sich auf stundenlange Wartezeiten vor.

Die Sicherheitskräfte haben den Flugbetrieb an den Flughäfen Hamburg und Köln/Bonn am Freitagmorgen fast komplett zum Erliegen gebracht. Die Mitarbeiter des privaten Sicherheitsgewerbes legten mit dem Schichtbeginn um 3.45 Uhr und 4.00 Uhr ihre Arbeit für den gesamten Tag nieder. Damit setzten sie den Streik vom Donnerstag fort, der in Hamburg und Düsseldorf für zigtausende Reisende zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt hatte. Den Passagieren wurde erneut geraten, engen Kontakt mit den Airlines zu halten und sich über Ausfälle und Verspätungen zu informieren.

Schon am Morgen zeigten die Anzeigetafeln an beiden Flughäfen zahlreiche gestrichene Flüge ins In- und Ausland. An den Personenkontrollen bildeten sich lange Warteschlangen. In Hamburg waren zwei der 20 Sicherheitsschleusen geöffnet. Auch in Köln/Bonn ließ der Arbeitskampf die Kontrollen zum Nadelöhr werden. Dort sei nur eine von etwa 15 Kontrollschleusen besetzt, hieß es. In Köln/Bonn hatte die Verkehrszentrale insgesamt 39 Ankünfte und 54 Abflüge für Freitag gestrichen, sagte eine Flughafen-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa. In Hamburg standen am Freitag 179 Flüge auf dem Plan. Bei regulärem Flugbetrieb wurden für Freitag rund 19 400 Passagiere im Hamburger Flughafen erwartet. Von Köln/Bonn sollten fast 100 Maschinen mit rund 10 000 Passagieren starten.

„Es tut schon sehr weh. Ich verpasse meine Termine in Brüssel und kann vermutlich am Wochenende meine Kinder nicht sehen“, sagte ein Hamburger auf dem Weg in die belgische Hauptstadt. „In meinen Augen sollten Kontrollen an Flughäfen nicht an private Unternehmen vergeben“, sagte ein Urlauber auf dem Weg ins spanischen Malaga. Viele Fluggäste stellten sich am Freitagmorgen auf lange Wartezeiten ein und kamen schon Stunden vor dem geplanten Abflug, um ihr Ziel vielleicht trotz der Arbeitsniederlegungen zu erreichen. Mit dem Streik will die Gewerkschaft Verdi in dem festgefahrenen Tarifstreit ein neues Angebot der Arbeitgeber erzwingen. Sie fordert 30 Prozent mehr Lohn für das private Sicherheitspersonal. Verdi will für die 600 Mitarbeiter der Personenkontrollen einen Stundenlohn von 14,50 Euro erstreiten, die Arbeitgeberseite hat bislang 12,75 Euro angeboten. Bereits im Januar war es zu Streiks in Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg gekommen.

dpa

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