+
Zum Optimismus des Handels für 2016 trägt auch bei, dass es in diesem Jahr drei zusätzliche Verkaufstage gibt, weil Feiertage auf Sonntage fallen und der Februar 29 Tage hat. Foto: Henning Kaiser

Handel erwartet weiteres Wachstumsjahr: Umsatzplus von zwei Prozent

Nach dem sechsten Wachstumsjahr in Folge glaubt die Branche, dass die Kauflaune anhält. Dieses Jahr soll ein weiteres Plus bringen. Das nutzt auch den Beschäftigten.

Berlin (dpa) - Die Bundesbürger bleiben aus Sicht des Handels angesichts steigender Löhne und günstiger Energiepreise ausgabefreudig.

Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von zwei Prozent, wie der Handelsverband Deutschland am Freitag in Berlin mitteilte. "Die Rahmenbedingungen waren letztes Jahr gut und sie bleiben auch 2016 gut", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Er kündigte weitere Neueinstellungen an. Den Lebensmittelerzeugern machte er keine Hoffnung auf ein Ende der Preismisere.

Im vergangenen Jahr konnte sich der Einzelhandel über den stärksten Umsatzzuwachs seit 1994 freuen. Die Erlöse wuchsen preisbereinigt um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Zu aktuellen Preisen (nominal) hatten die Händler sogar 2,8 Prozent mehr in den Kassen als im Jahr 2014.

Ein Fünftel seines Umsatzes macht der Handel im Weihnachtsgeschäft. Im November und Dezember kamen dieses Mal nominal 87,2 Milliarden Euro zusammen, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Anders als das Bundesamt rechnet der Handelsverband Umsätze aus den Bereichen Kfz und Brennstoffe sowie Tankstellen und Apotheken nicht ein. Er kommt so auf einen Jahresumsatz von 472,4 Milliarden Euro 2015.

Der Dezember 2015 fiel nach amtlichen Angaben mit einem nominalen Plus von 1,7 Prozent allerdings schwächer aus als das Gesamtjahr. Nach den Terroranschlägen von Paris seien die deutschen Einkaufsstraßen zunächst leerer gewesen, sagte Genth zur Erklärung.

Besonders stark ist den Zahlen zufolge abermals der Internethandel gewachsen, der real um 9,0 Prozent zulegte. Der Lebensmittelhandel wuchs mit 2,3 Prozent etwas langsamer als der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln, der um 3,0 Prozent zulegen konnte. Stagnation herrschte hingegen bei Textilien, Schuhen und Lederwaren.

Forderungen der Bauern nach höheren Erzeugerpreisen kann der Handel nach Genths Worten nicht nachkommen. Die Preise würden auf den Weltmärkten gemacht. "Wir können diese Misere nicht aufhalten."

Die Branche mit drei Millionen Mitarbeitern rechnet damit, die Zahl der Beschäftigten um ein Prozent zu steigern. Die Zahl der Minijobber gehe zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurück, hieß es. Zum Optimismus des Handels für 2016 trägt auch bei, dass der Kalender drei zusätzliche Verkaufstage hergibt.

Mitteilung Destatis

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Ölriese ExxonMobil verdoppelt Gewinn
Ist die Durststrecke der Ölmultis überwunden? Die beiden US-Branchenriesen Exxon und Chevron zumindest erzielen dank der gestiegenen Ölpreise nach langer Talfahrt wieder …
US-Ölriese ExxonMobil verdoppelt Gewinn
Teilzeitboom in Deutschland - Nicht immer freiwillig
Immer mehr Menschen arbeiten in Teilzeitjobs - viele freiwillig. Doch Frauen stecken aus Sicht von Ökonomen auch oft in der Teilzeitfalle fest. Zum 1. Mai dürfte das …
Teilzeitboom in Deutschland - Nicht immer freiwillig
GM weitet Verluste in Europa vor Opel-Verkauf aus
Für den größten US-Autobauer General Motors dauert die Leidenszeit in Europa an. Der Verkauf von Opel und Vauxhall an Peugeot ist zwar schon vereinbart, doch noch …
GM weitet Verluste in Europa vor Opel-Verkauf aus
Ausland hat großes Interesse an Hannover Messe
Hannover (dpa) - Die Hannover Messe ist bei ausländischen Besuchern beliebt. In diesem Jahr stieg die Zahl der Gäste aus dem Ausland um rund 10 000 im Vergleich zu 2015 …
Ausland hat großes Interesse an Hannover Messe

Kommentare