Handel kommt an Älteren nicht vorbei

- Nürnberg - Die wachsende Kaufkraft älterer Menschen zwingt nach Einschätzung von Konsumforschern den Handel immer mehr zum Umdenken. Wer die immer bedeutendere Gruppe der "neuen Alten" erreichen wolle, müsse sich stärker auf ihre besonderen Einkaufsbedürfnisse einstellen, sagte der Geschäftsführer der GfK-Tochter GfK Panel Services Deutschland, Wolfgang Adlwarth.

"Wer sich der durchschnittlichen Marketing-Methoden bedient, die sich eher an ein junges Käufer-Potenzial wenden, wird bei älteren Menschen schon bald Schiffbruch erleiden", betonte der GfK-Experte. "Wer aber künftig den Massenmarkt bedienen will, der kommt an der älteren Generation nicht mehr vorbei", ergänzte der Konsumforscher. Die Gruppe der über 60-Jährigen stelle inzwischen ein Drittel der Verbraucher.Unternehmen, die sich dieses immer lukrativere Kaufkraftpotenzial erschließen wollten, müssten beispielsweise stärker für persönlichliche Beratung der Kundschaft sorgen. "Beratung und Service, der persönliche Kontakt und Vertrautheit spielen bei älteren Menschen beim Einkauf eine ganz starke Rolle", berichtet Adlwarth. "Beim Fernseher-Kauf lassen sich beispielsweise 51 Prozent der über 60-Jährigen das Gerät nach Hause liefern, 42 Prozent sogar vom Händler installieren", berichtet der Experte.Zudem seien ältere Verbraucher beim Kauf elektronischer Geräte auf "vertraute Premiummarken mit einem besonderen Nutzen" fixiert. Adlwarth geht angesichts des wachsenden Anteils von Senioren in Deutschland und ihren spezifischen Einkaufsbedürfnissen bereits von einer "Renaissance des Facheinzelhandels und der Warenhäuser" aus, die in den vergangenen Jahren zunehmend unter den Druck der Discountmärkte geraten seien.Was zum Umdenken führe, sei aber nicht nur der demographisch bedingte Zuwachs der älteren Generation, sondern vor allem der Umstand, dass sie auch "intensiver konsumiert" als frühere Alten-Generationen, erläutert der Deutschlandchef der GfK Panel Services. "Eine Umfrage aus dem Jahr 2004 hat gezeigt, dass in den vergangenen Jahren ihre Konsumintensität deutlich stärker gewachsen ist als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung."

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