Handel sortiert Gentechnik aus

- Berlin/München - Große Handelsunternehmen und Lebensmittelhersteller wollen auf gentechnisch veränderte Lebensmittel verzichten. Dies ergab eine Befragung der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Ab April tritt eine verschäfte Kennzeichnungspflicht in Kraft. Bei Verstößen sind Bußgelder bis 50 000 Euro geplant.

<P>Greenpeace befragte für den neuerschienen Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" bei 400 Unternehmen in Sachen Gentechnik nach. "Wir sind mit den Angaben der Unternehmen sehr zufrieden", sagte Corinna Hölzel von Greenpeace. 70 Prozent gaben an, bei pflanzlichen Produkten jetzt schon auf Gentechnik zu verzichten. 20 Prozent erklärten ihre Absicht, 10 Prozent machten keine Angaben oder verzichten nicht auf Gentechnik. Bei Tierprodukten melden 25 Prozent gentechnikfreie Lebensmittel, 50 Prozent wollen dies bis April gewährleisten.</P><P>Aldi verzichtet</P><P>Aldi will nach eigenen Angaben so umfassend wie möglich auf gentechnisch veränderte Zutaten verzichten. Dazu werden seit dem Sommer 2003 die Lieferanten aufgefordert.</P><P>Metro hakt nach</P><P>"Für unsere eigenen Marken haben wir gegenüber Greenpeace erklärt, dass wir auf Gentechnik verzichten", sagte Sprecher Jürgen Homeyer. Für die anderen Marken werde derzeit bei Lieferanten und Herstellern nachgehakt. </P><P>Edeka diskutiert</P><P>Die Edeka-Gruppe verzichtet bei ihren Eigenmarken auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen: "Wir haben von unseren Herstellern die Garantie, dass Gentechnik nicht eingesetzt wird", sagte Pressesprecherin Marliese Kalthoff. Über den Umgang mit Fremdmarken laufen innerhalb des Edeka-Konzerns die Diskussionen noch. Laut Kalthoff werde man vor einer Entscheidung auf die Position der Markenartikel-Industrie warten.</P><P>Rewe ohne Gentechnik</P><P>Nach Angaben von Greenpeace-Sprecherin Hölzel will Rewe sowohl für pflanzliche Nahrungsmittel als auch für Tierprodukte auf Gentechnik verzichten. </P><P>Weiter wollen Karstadt-Warenhaus, Kaufland, Walmart, Lidl und DM-Drogeriemarkt gentechnikfreien Einkauf garantieren.<BR>Verstöße gegen die ab April geltende Kennzeichnungspflicht sollen laut dem Gesetzentwurf von Verbraucherministerin Renate Künast zur Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie künftig mit einem Bußgeld bis zu 50 000 Euro und Haftstrafen bis zu drei Jahren geahndet werden. </P><P>Antje Mann, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Bayern sagte unserer Zeitung: "Die Wahlfreiheit ist für den Verbraucher begrüßenswert." Laut Mann lehnen 80 Prozent der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. </P><P>Der Einkaufsratgeber von Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de/einkaufsnetz<BR></P><P> </P>

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