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Handelskonzerne begrüßen Ladenschluss-Pläne

- Düsseldorf/Köln - Führende Handelskonzerne begrüßen die Pläne von Bundesländern, den Ladenschluss zu lockern. Die Unternehmen wollen nun prüfen an welchen Orten und Zeiten sich eine Ausweitung der Öffnungszeiten lohnt.

Die Unternehmen wollen nun prüfen an welchen Orten und Zeiten sich eine Ausweitung der Öffnungszeiten lohnt.

"Die Metro begrüßt neue Möglichkeiten der Ladenöffnung und prüft im Einzelnen vor Ort, in welche Maß man von neuen Regelungen Gebrauch macht", sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns der dpa. "Die Kunden erwarten attraktive Einkaufszeiten", unterstrich ein Sprecher der Rewe-Gruppe auf Anfrage. Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern will bei einer gesetzlichen Freigabe der Öffnungszeiten an Werktagen einen späteren Ladenschluss prüfen. Der Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle erklärte, die Geschäfte würden trotzdem nicht rund um die Uhr geöffnet.

Im Metro-Konzern sei eine Veränderung der Ladenöffnungszeiten grundsätzlich eine Entscheidung der Geschäftsführer oder Marktleiter vor Ort. Sie müssten herausfinden, ob es Sinn mache, den Markt länger zu öffnen. Dies sei eher in Metropolen als in ländlichen Gebieten vorstellbar. "Am Ende muss es sich rechnen", betonte der Sprecher. Zur Metro gehören auch Kaufhof, Real sowie Media Markt und Saturn.

"Wir sind nicht das Sozialamt", sagt Karstadt-Quelle-Sprecher Jörg Howe dem "Tagesspiegel" (Montag-Ausgabe). Die Öffnungszeiten müssten mit den Umsätzen korrelieren. "Wenn es sich nicht rechnet, werden wir die Öffnungszeiten anpassen", sagte er. Mit den von den Ländern beabsichtigten Regeln sei der Konzern aber "zufrieden".

"Wir werden das auf jeden Fall prüfen", sagte ein Rewe-Sprecher zu den Plänen der Bundesländer. Die Rewe habe sich schon in der Vergangenheit dafür eingesetzt, dass die Kunden dann einkaufen können, wenn es zu ihrem Lebensrhythmus passe. "Wenn der gesetzliche Rahmen geschaffen ist, werden wir uns mit den Sozialpartnern an einen Tisch setzen und die Köpfe zusammenstecken."

Die Rewe habe mit ihren längeren Öffnungszeiten zur Fußball-WM - die Mehrzahl der Supermärkte hatte an Werktagen bis 22.00 Uhr geöffnet - positive Erfahrungen gemacht. "Wir sind unter dem Strich zufrieden." In den Märkten nahe der Stadien und in Innenstädten seien deutliche Umsatzzuwächse erzielt worden. In anderen Märkten sei es eher zu Umsatzverschiebungen gekommen. Dieser Umsatz wäre aber ohne längere Öffnungszeiten unter Umständen bei der Konkurrenz gelandet.

Der Textil- und Bekleidungsfachhandel stand dagegen wegen der großen Fußballbegeisterung im Abseits. Weder tagsüber noch in den nur teilweise genutzten zusätzlichen Öffnungszeiten am Wochenende und am späten Abend seien mehr Anzüge, Herrenhemden, Blusen oder Kostüme gekauft worden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BTE, Jürgen Dax.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, warnte unterdessen vor allzu großen Erwartungen an die Erweiterung der Ladenschlusszeiten. Die Erfahrungen der Fußball- Weltmeisterschaft hätten gezeigt, dass "die Leute nicht rund um die Uhr einkaufen gehen wollen", sagte Brandner dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe).

Durch die am Freitag vom Bundesrat gebilligte Föderalismusreform ist die Zuständigkeit für den Ladenschluss vom Bund auf die Länder übergegangen. Die Mehrheit der Bundesländer will den Ladenschluss werktags komplett freigeben, andere planen eine Lockerung. Sonn- und Feiertage sollen geschützt bleiben.

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