Handelsverband will Urlaubswoche streichen

- München - In Deutschland verteilt sich die Arbeit auf immer weniger Menschen. Im zweiten Quartal 2004 sank die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3 Prozent auf 38,2 Millionen, berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden. Die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigem erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 0,5 Prozent oder 1,8 Stunden. Neben einem zusätzlichen Arbeitstag war ein geringerer Krankenstand verantwortlich.

<P>Im Handel, im Gastgewerbe, im Verkehr und bei anderen Dienstleistern waren von April bis Juni 2004 durchschnittlich 27,1 Millionen Menschen beschäftigt, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dagegen setzte sich der Personalabbau in der Industrie, im Baugewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft weiter fort. Vom Rückgang der Erwerbstätigkeit sind nach wie vor überwiegend die Arbeitnehmer betroffen: Ihre Zahl verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,7 Prozent auf 33,9 Millionen. Die Zahl der Selbstständigen nahm um 3,2 Prozent auf 4,3 Millionen zu.</P><P>Der Trend zu mehr Arbeit soll sich fortsetzen. Anton Börner, Präsident des Bundesverbands des Groß- und Außenhandels, verlangte von Arbeitnehmern Anstrengungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu verbessern. Er schlug den Verzicht auf eine Woche Urlaub vor. "Es ist Ausländern immer schwer zu vermitteln, dass wir so viel Freizeit haben."</P><P>Dabei kommen Impulse für die Wirtschaft aus dem Ausland: Die bayerische Industrie profitiert weiter von der regen Auslandsnachfrage. Im ersten Halbjahr seien die Umsätze des verarbeitenden Gewerbes um 7,2 Prozent auf 135,7 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Landesamt für Statistik mit. Der Auslandsumsätze lagen bei 61,5 Milliarden Euro und damit um 9,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Trotz der Belebung hielt der Beschäftigungsabbau an.<BR>Neben Unternehmen des Textil- und Bekleidungsgewerbes reduzierten unter anderem die Holzindustrie, das Verlags- und Druckgewerbe und Unternehmen der Rundfunk- und Nachrichtentechnik ihren Personalbestand teils erheblich über dem Durchschnitt. Insgesamt ging die Zahl der Industrie-Beschäftigten im Freistaat um 1,6 Prozent auf knapp 1,2 Millionen zurück.</P><P>Fast ein Fünftel ihrer Gesamtumsätze erwirtschaftete die Industrie mit Ländern der Eurozone. Die Exportquote stieg im ersten Halbjahr auf 45,3 Prozent. Auch bei den Auftragseingängen kamen die Impulse vorwiegend aus dem Ausland.</P>

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