Mit dem Handschuh telefonieren: Brandneue Trends auf der Skipiste

Ispo: - München -­ Damit den Kunden nicht langweilig wird, saugt sich die Sportindustrie Jahr für Jahr neue Trendsportarten und Modegags aus den Fingern. Was den Herstellern für diese und nächste Wintersaison eingefallen ist, präsentieren sie ab Sonntag auf der Fachmesse Ispo in München. Vom Pisten-Fallschirm über Kabelsalat im Anorak bis hin zum Mützen-Helm: Unsere Zeitung zeigt bereits heute, was es zu sehen gibt.

Schon mit Ski oder Snowboard in die Tiefe rauschen ist eine Riesengaudi. Wenn man zwischendrin noch ein bisschen fliegen könnte, wäre der Spaß aber noch größer, dachten sich Bernd Jochum und Michael Nesler von J&N-Kitesports aus Meran und erfanden den "Speedrider". Das Gerät, eine Kreuzung aus Gleit- und Fallschirm, lässt Brettlfreunde wenige Zentimeter oder mehrere Meter von der Piste abheben und so unzugängliches Gelände einfach überfliegen.

Aber: "Man muss wirklich sehr gut Snowboarden oder Skifahren können, weil man extreme Geschwindigkeiten erreicht", warnt J&N-Mitarbeiterin Iris Tonak. Sie empfiehlt vor dem Anschnallen auf jeden Fall einen Kurs bei einer Kite-Schule, etwa am österreichischen Mondsee. Informationen gibt das Unternehmen auf seiner Webseite www.jn-kites.com. Dort können Wagemutige auch den Schirm ordern, der mit Trapez je nach Größe bis zu 1800 Euro kostet. Für ihre Entwicklung winkt den Südtirolern der Ispo-Innovationspreis "Brandnew Award".

Der Speedrider ist nicht das einzig kuriose Exponat auf der Wintermesse. Sehenswert ist beispielsweise auch eine Mütze von Quicksilver. Das intelligente Gewebe verhärtet sich bei einem Aufprall und schützt so den Kopf des Trägers. "Die Mütze ersetzt nicht unbedingt einen Helm, ist aber dennoch ein sehr guter Protektor", heißt es beim Quicksilver-Vertrieb in München. Etwa 70 Euro wird der Ohrenwärmer kosten, der ab nächsten Winter in den Läden liegt.

Weitere interessante Ausstellungsstücke sind der aufblasbare Auto-Gepäckträger der US-Firma Handirack, auf den sich auch Ski schnallen lassen. Oder der Schlafsack "Musuc", den Verfrorene auch als Kleidungsstück tragen können. Auch für Inline-Skater gibt es Neues: Wer auch im Winter Spaß haben will, montiert statt den Rollen Kufen und rutscht dann die Pisten herunter. Die von der Siegener Firma Schnell entwickelten "Skateslider" kosten rund 50 Euro und werden über www.skateslider.de verkauft.

Für Tiefschnee-Profis: Ski wie Surfbretter

Ein noch junger Trend, der auf der Ispo zu sehen sein wird, ist die Kombination von Kleidung und Elektronik ­ "tragbare Technologie" nennen Experten diese Produktschiene. Eine ganze Reihe von Herstellern hat beispielsweise Jacken oder Rucksäcke entwickelt, mit denen der populäre MP3-Spieler "iPod" von Apple beim Skifahren oder Wandern angesteuert werden kann. Wer in den neuen Anorak der Firma Westcomb schlüpft, kann die in der Innentasche verstaute Musikbox über eine Knopfleiste am Ärmel bedienen.

Praktisch ist auch ein von der Thüringer Firma Texsys GmbH entwickelter Handschuh. Der wärmt nämlich nicht nur die Finger, sondern dient auch als Freisprechanlage für das Mobiltelefon in Rucksack oder in der Tasche. Mikrofon und Lautsprecher sind wasserdicht eingenäht und per Bluetooth mit dem Handy verbunden. Wer angerufen wird, drückt auf einen Knopf und kann dann im Lift oder auf der Piste telefonieren. Wann der Handschuh auf den Markt kommt, ist aber noch unklar.

Auch die Skihersteller werden an ihren Ispo-Ständen zahlreiche Neuigkeiten sehen lassen. "Der Trend zur Vielseitigkeit und der Ausbau von Nischen setzt sich fort", sagt Siegfried Paßreiter, Chef von Fischer und Löffler. Das heißt: Während die Bretter vor zehn Jahren noch alle aussahen wie Zahnstocher, präsentieren die Firmen mittlerweile Ski in den unterschiedlichsten Formen und Längen. Aktuelle Entwicklungen sind etwa Ladyski speziell für Damen oder Touren-Carver. Laut Paßreiter ebenfalls ein "Hingucker": Tiefschneeski, die wegen ihrer Breite an ein Surfboard erinnert.

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