Handwerk blutet aus: Wieder 200 000 Arbeitsplätze weniger

- Wiesbaden - Nach einem Verlust von voraussichtlich 200 000 Arbeitsplätzen in diesem Jahr rechnet das Handwerk auch 2005 mit einer Fortsetzung des massiven Stellenabbaus. Nach Angaben des Generalsekretärs des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, könnten im kommenden Jahr 100 000 Arbeitsplätze wegfallen. 2004 dürften wegen der schlechten wirtschaftlichen Daten rund 200 000 Jobs verloren gehen.

<P class=MsoNormal>"Der Stellenabbau im Handwerk ist dramatisch", sagte Schleyer im ZDF-Morgenmagazin. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die Zahl der Handwerksbetriebe weiter steige. Denn das bedeute nicht, dass sich dadurch auch die Zahl der Beschäftigten erhöhe. Nach Angaben des Verbandes beschäftigte das Handwerk Ende 2003 rund 5,1 Millionen Menschen.</P><P class=MsoNormal>Zugleich forderte Schleyer: "Die Finanzierungs-Grundlage für das Handwerk muss verbessert werden." Eines der Hauptprobleme sei die Finanzierung der Betriebe. "Die Banken geben dem Handwerk zu wenig Geld", kritisierte Schleyer. Außerdem lasse die Zahlungsmoral einiger Kunden zu wünschen übrig. Insgesamt brauche die Branche mehr Wachstum. "Mehr Wachstum bedeutet mehr Chancen für mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze."</P><P class=MsoNormal>Unterdessen berichtete das Statistische Bundesamt, dass Ende September 4 Prozent weniger Menschen im Handwerk beschäftigt waren als im Vorjahr. Bereits im ersten und zweiten Quartal hatte sich die Zahl der Beschäftigten um 3,9 beziehungsweise 4 Prozent verringert. Einen Rückgang bei den Mitarbeitern gab es im dritten Vierteljahr in allen sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks, wie das Bundesamt berichtete.</P><P class=MsoNormal>Am stärksten fiel der Personalabbau im Bauhauptgewerbe mit minus 7,5 Prozent und im Ausbaugewerbe mit minus 5,6 Prozent aus. Im Gesundheitsgewerbe war der Stellenabbau am geringsten (minus 0,2 Prozent). Auch der Umsatz zeigte im dritten Quartal nach unten. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte er sich um 3,3 Prozent. Das größte Minus verzeichnete mit 7,5 Prozent das Gesundheitsgewerbe. Bei den Augenoptikern führten insbesondere Brillenkäufe, die wegen der Gesundheitsreform ab Januar 2004 in Jahr 2003 vorgezogen worden seien, zu niedrigen Umsätzen, wie das Bundesamt berichtet.</P><P class=MsoNormal>Das zulassungspflichtige Handwerk umfasst die 41 Handwerksberufe, bei denen zur Betriebsführung eine Eintragung in die Handwerksrolle auf Grund einer Meisterprüfung oder einer vergleichbaren Qualifikation erforderlich ist.</P>

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