Handwerk fordert Senkung der Sozialabgaben

- Berlin - Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit fordert das Handwerk eine drastische Senkung der Sozialabgaben. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, präsentierte am Dienstag in Berlin ein Konzept, mit dem die Ausgaben für Renten-, Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung von derzeit 42 auf unter 35 Prozent des Lohnniveaus gesenkt werden sollen. Das Steuersystem soll vereinfacht und der Spitzensteuersatz bei 35 Prozent fixiert werden.

<P>Der Beitrag zur Rentenversicherung soll demnach in drei Stufen von derzeit 19,5 Prozent auf 15,0 Prozent gesenkt werden. Dazu soll unter anderem die Frühverrentung beendet, das Rentenniveau gesenkt und die private Altersvorsorge gestärkt werden. Zur Entlastung der gesetzlichen Krankversicherung schlägt der ZDH unter anderem vor, dass die gesamte Zahnbehandlung, private Unfälle und das Krankengeld über einer freiwillige Zusatzversicherung abgesichert werden. Die Krankenkosten für bisher beitragsfrei mitversicherte Angehörige müssten aus Steuermitteln gedeckt werden. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall solle auf 80 Prozent gesenkt werden. Die Arbeitslosenversicherung müsse sich auf ihre Kernaufgaben Vermittlung und Versicherung beschränken.<BR><BR>Der ZDH erwartet, dass über die Senkung der Lohnnebenkosten mittelfristig 2,1 Millionen Arbeitsplätze entstehen. Dies führe zu zusätzlichen Steuereinnahmen. Staatliche Subventionen müssten dagegen konsequent abgebaut werden. Privatisierungspotenzial sieht das Handwerk unter anderem bei den Bundesbeteiligungen an der Deutschen Telekom, der deutschen Post und Bahn AG sowie bei den Landesbeteiligungen an Flughäfen, Kreditinstituten oder staatlichen Lotterien. Die Versorgung mit Strom, die Entsorgung von Müll und der Nahverkehr sollten so weit wie möglich privatisiert werden.</P>

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