Handwerk: Mangel an Fachkräften bremst

- München - Der Aufschwung in Oberbayerns Handwerk wird durch Fachkräftemangel gebremst. "Wir können eine Reihe von Stellen im Bereich der Ausbildung, aber auch bei Fachkräften nicht besetzen, weil qualifizierte Bewerber fehlen", beklagte Heinrich Traublinger, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Während die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche im vergangenen Jahr mit 291 500 etwa stabil blieb, soll sie heuer um etwa 0,5 Prozent steigen. Das entspricht rund 1500 Stellen. Doch es wäre mehr drin, wenn es mehr geeignete Bewerber gäbe, glaubt Traublinger.

Eine Erhebung in Oberfranken habe jüngst ergeben, dass dort 1400 offene Stellen unbesetzt blieben. In Oberbayern "müssten es noch deutlich mehr sein", mutmaßt der Kammerpräsident. Betroffen sind die Wirtschaftszweige, die am stärksten vom Konjunktur-Aufschwung profitieren: Bau-, Kfz- und Metall-Branche. Hier werde überwiegend das Beschäftigungsplus entstehen. Aber hier wirke sich auch der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern am stärksten aus. "Insbesondere im Metallsektor, der als Zulieferer für die Industrie dient, wird nach Fachkräften gesucht."

Die meisten Handwerksbetriebe hätten auf die steigende Zahl von Aufträgen zunächst mit Überstunden reagiert und Leiharbeiter engagiert. Doch viele Betriebe seien mittlerweile an der Kapazitätsgrenze und wollten ihre Belegschaft aufstocken.

Traublinger lobte Pläne zur Weiterentwicklung der Hauptschule zu einer berufsvorbereitenden Schule. Das Handwerk selbst habe die Zahl der Lehrstellen im vergangenen Jahr erhöht. Allein von den Plätzen, die im Rahmen des Ausbildungspaktes in Oberbayern eingeworben wurden, seien aber 650 unbesetzt geblieben, weil es Bewerbern schon am Grundwissen in Deutsch und Mathematik fehle.

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