Handwerk muss noch mehr Stellen abbauen

- Berlin - Das deutsche Handwerk sieht kein Ende seiner konjunkturellen Talfahrt. Die Betriebe klagten über rückläufige Umsätze, dünnere Auftragsbücher und geschrumpfte Erträge, sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, zur Vorstellung der Frühjahrskonjunkturumfrage. Das Geschäftsklima habe sich im ersten Quartal 2005 über das saisonübliche Maß hinaus abgekühlt. Angesichts der Lage werde das Handwerk wieder Stellen abbauen müssen. An der Umfrage des ZDH hatten sich 22 500 Betriebe beteiligt, davon 15 500 in West- und 7000 in Ostdeutschland.

<P>Schleyer klagte über zunehmende Konkurrenz durch Ein-Euro-Jobs, subventionierte Ich-AGs und ausländische Anbieter. Zwar sollten nach den Vorstellungen der Bundesregierung Beiräte in den Kommunen die Vergabe der Ein-Euro-Jobs kontrollieren, damit diese dem Handwerk keine Konkurrenz machten. Aber die Praxis sehe anders aus: Es gebe die Beiräte noch gar nicht überall, und die Fantasie der Kommunen kenne keine Grenzen, wenn es darum gehe, die Vorschriften für den Einsatz der Ein-Euro-Jobber zu umgehen, sagte Schleyer.<BR><BR>Auch die Gesundheitsreform macht nach Schleyers Worten einzelnen Gewerken zu schaffen: "Die zu Jahresbeginn eingeführten Festzuschüsse zum Zahnersatz und die bereits vor über einem Jahr erfolgte weitgehende Streichung der Kassenzuschüsse zu den Sehhilfen stellen viele Zahntechniker und Augenoptiker vor ernsthafte wirtschaftliche Probleme", sagte Schleyer. Auch die hohen Energiepreise setzen die Handwerker unter Druck. Der ZDH rechne für 2005 mit einem Umsatzrückgang um 1,0 Prozent oder etwa 4,7 Milliarden Euro und einem Beschäftigungsabbau um 100 000 Stellen (-2,0 Prozent). </P>

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