+
Im Krisenjahr schrumpfte der Umsatz im Handwerk um 5 Prozent.

Handwerk: Umsatz schrumpft um fünf Prozent

Wiesbaden - Die Konjunkturkrise macht auch dem Handwerk zu schaffen. Die Umsätze sanken vergangenes Jahr um 5,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Krisenjahr 2009 hat auch das deutsche Handwerk, das vermeintlich auf goldenem Boden steht, teils erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Die Umsätze der zulassungspflichtigen Betriebe gingen im Vergleich zu 2008 um fünf Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Die Zahl der Beschäftigten sank dem Index zufolge um 1,5 Prozent.

Am härtesten getroffen wurden industrienahe Handwerke wie zum Beispiel Metallbauer oder Feinwerkmechaniker. In dieser Gruppe gingen die Umsätze um 17,7 Prozent zurück, während das Kfz-Gewerbe wegen der Abwrackprämie ein Umsatzplus von 1,7 Prozent verbuchen konnte. Trotzdem ging dort die Beschäftigtenzahl um 3,1 Prozent zurück.

Nach Berechnungen des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) hat die gesamte Branche inklusive der Betriebe ohne Meisterzwang und der handwerksähnlichen Gewerbe im vergangenen Jahr 4,75 Millionen Menschen beschäftigt. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Umsätze seien um 4,9 Prozent auf knapp 488 Milliarden Euro gefallen.

Die Arbeitsplätze beim Handwerk seien in der Krise sicherer gewesen als in der Industrie, sagte ein ZDH-Sprecher in Berlin. Längst nicht alle Handwerksbetriebe hätten in der Krise gelitten. So habe es in Lebensmittel- und Gesundheitshandwerken sogar einen leichten Beschäftigungszuwachs gegeben. Die Umsatzverluste seien vor allem aus Betrieben gekommen, die als Zulieferer und Dienstleister für die Industrie arbeiten.

ZDH-Präsident Otto Kentzler äußerte sich in einer Mitteilung zuversichtlich für 2010. “Insgesamt rechnen wir mit einem nur noch geringen Umsatzminus von einem Prozent und einer stabilen Beschäftigungsentwicklung.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

WTO-Konferenz beginnt ohne Konsens bei den Hauptthemen
Illegale Fischerei, staatliche Zuwendungen an die Landwirtschaft und der weitgehend ungeregelte Boom des e-commerce liegen als Themen auf dem Verhandlungstisch in Buenos …
WTO-Konferenz beginnt ohne Konsens bei den Hauptthemen
VW-Chef: Steuervorteile für Dieselkraftstoff "hinterfragen"
Bei der Kfz-Steuer ist der Betrieb eines Dieselautos in der Regel teurer, beim Sprit dagegen billiger als der eines Benziners. Grund ist die Subventionierung des …
VW-Chef: Steuervorteile für Dieselkraftstoff "hinterfragen"
Neubaustrecke Berlin-München zum Fahrplanwechsel gestartet
Zur Eröffnungsgala gab's ein paar Pannen - der erste reguläre ICE auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München ist aber überpünktlich. Doch schon wenig später gab es wieder …
Neubaustrecke Berlin-München zum Fahrplanwechsel gestartet
Daimler-Personalchef: Jobs durch Wandel nicht gefährdet
Der Einstieg in die Serienproduktion von Elektroautos wird die Arbeit in den Werken der Hersteller verändern - daran herrscht kein Zweifel. Aber wie genau und wann? …
Daimler-Personalchef: Jobs durch Wandel nicht gefährdet

Kommentare