Handwerk im Zangengriff

- München - Die Handwerker in Oberbayern haben im ersten Halbjahr 2005 deutlich mehr Konkurrenz aus dem Ausland bekommen. Die Zahl der Handwerksbetriebe sei zur Jahresmitte um rund sechs Prozent auf 64 000 Betriebe gestiegen, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger, bei der Vollversammlung. Dazu habe die Neuordnung der Handwerksordnung und die EU-Osterweiterung geführt.

85 Prozent der neuen Betriebe seien ohne nachgewiesene Qualifikation gegründet worden. "Wir wissen, dass diese Entwicklung für unseren Wirtschaftsbereich alles andere als gesund ist." Die heimischen Betriebe befänden sich nun im Zangengriff der Billigkonkurrenz aus Osteuropa auf der einen und hohen Belastungen am Standort Deutschland auf der anderen Seite.

Europaminister Eberhard Sinner (CSU) forderte bei der Versammlung deutliche Nachbesserungen der Dienstleistungsrichtlinie. So müsse die Überwachung der Dienstleister dem Land obliegen, in dem die Leistung erbracht wird - nicht dem Herkunftsland der Arbeitskräfte. "In sensiblen Dienstleistungsbereichen darf es keine Abstriche bei unseren bewährten deutschen Qualitäts- und Sicherheitsstandards geben."

In den ersten sechs Monaten setzte sich der Abwärtstrend im oberbayerischen Handwerk weiter fort. Die Zahl der Beschäftigten ging um rund zwei Prozent auf 292 000 zurück. Der Umsatz sank um rund vier Prozent auf 12,8 Milliarden Euro.

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