Handwerker im Haus: Alle Belege ab diesem Januar sammeln

- Die steuerliche Förderung von Handwerkerleistungen in Privathaushalten ist so gut wie beschlossen. Wenige Tage vor der ersten Kabinettsklausur in Schloss Genshagen bei Berlin verständigten sich Finanzminister Peer Steinbrück und Arbeitsminister Franz Müntefering (beide SPD) auf letzte Details. Rückwirkend zum 1. Januar 2006 sollen pro Jahr bis zu einem Höchstbetrag von 3000 Euro 20 Prozent der Handwerker-Arbeitskosten von der Steuer abgesetzt werden können maximal also 600 Euro.

Die Regelung soll für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten in Wohnungen, Häusern und für Grundstücke sowie für Aufwendungen von Mietern und Eigentümern gelten, hieß es in Koalitionskreisen.

Bisher war eine solche Möglichkeit auf weniger Arbeiten im Haushalt beschränkt. Die erweiterte steuerliche Förderung von privaten Handwerkerleistungen ist zentraler Teil des Wachstumspakets, das die Koalition derzeit in Genshagen berät. Mit der besseren Absetzbarkeit der Kosten sollen Schwarzarbeit eingedämmt und Beschäftigung angekurbelt werden. Zusammen mit der bestehenden Absetzbarkeit von Kosten für Wohnungsreinigung und Haushaltshilfen können Privathaushalte ihre Steuerlast so um bis zu 1200 Euro senken.

Müntefering wollte ursprünglich neben den Arbeitskosten auch die Aufwendungen für Material berücksichtigen. Steinbrück wiederum hatte dem Vernehmen nach eine Einbeziehung auch von Grundstücksarbeiten abgelehnt. Er strebt angesichts der Steuerausfälle für die öffentlichen Haushalte eine möglichst restriktive Anwendung an. Umstritten waren zuletzt noch Details zur steuerlichen Förderung auch privater Kinderbetreuung.

Auch Babysitter soll Steuer mindern

Dem Vernehmen nach soll es zwei Kinder-Altersstufen bei der Höhe der Absetzbarkeit geben, vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr sowie bis zum zehnten oder sogar zwölften Lebensjahr. Die Beträge würden auf jeden Fall über 1500 Euro pro Jahr liegen. Eine endgültige Entscheidung wird bei der Klausurtagung erwartet. Die steuerliche Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen insgesamt soll bis 2009 den Staat rund fünf Milliarden Euro kosten.

Der FDP-Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele kritisierte, die Steuervergünstigung für Handwerksleistungen sei im Grundsatz nichts Neues.

Handwerks-Präsident Otto Kentzler dagegen begrüßte die Pläne. Davon erhoffe er sich "dringend benötigte Aufträge", sagte er der "Märkischen Oderzeitung".

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